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09. Kieler-Schietwetter-Lehrgang am 25. November 2017


Wenn die Sonne nicht mehr so scheint und es nicht mehr so hell ist, die dunkle Jahreszeit immer näher kommt, wird es wieder Zeit für den jährlichen Schietwetter-Lehrgang der Kieler Aikidoka. In diesem Jahr findet er am 25. November statt und wir würden uns wieder über bekannte und neue Gesichter auf der Matte freuen.

Hier die Ausschreibung:

09. Kieler-Schietwetter-Lehrgang mit Werner Conradi am 25. November 2017 (PDF)

Bitte beachtet, dass wir unseren bisherigen Zeitplan aufgrund einer Vorgabe des Sportzentrums eine Stunde vorverlegen mussten. Um 18:00 Uhr muss das Gebäude verlassen sein.

Die Veranstaltung findet trotz des Namens bei jedem Wetter statt, auch wenn wider Erwarten die Sonne scheint.

Gesammelte Infos zu unseren Lehrgängen findet Ihr hier: Aikido-Lehrgänge in Kiel.

Yudanshakai


Da sich in unserer Aikido-Gruppe inzwischen eine "kritische Masse" an Aikido-Danen angesammelt hat, hatte Markus die Idee, ein neues Trainingsformat zu testen: den Yudanshakai.

Anders als im normalen Training für alle sollten wir Yudansha hier im Vorfeld die Lehrthemen auswählen. Schnell kristallisierte sich der Wunsch heraus, neben Messertechniken und etwas mehr Kakari-geiko auch Hanmi-hantachi näher zu erforschen. Die Hausaufgabe, sich mittels bereitgestellter Texte vorzubereiten, erledigten alle vorbildlich. Nach dem Aufwärmen erläuterte Markus in einer kurzen Einführung woher diese seltsamen Techniken auf den Knien historisch eigentlich kommen und wie das Ganze grundsätzlich funktioniert.

Da die Theorie noch keinen guten Aikidoka hervorgebracht hat, konnten wir nun fleißig üben – jeder für sich und später anhand von Techniken in immer wechselnden Konstellationen. Spannend dabei war neben der ungewohnten Nage-Arbeit auch der wiederkehrende Aspekt des Ukemi, das eben nicht nur das „Rollen“ bezeichnet. So wie leichte Unpräzisionen von Nage beim Hanmi-Hantachi sofort sichtbar werden, so wird auch ein schlechtes Ukemi sofort sichtbar und verhindert die korrekte und sinnvolle Ausführung der Technik.

Nachdem uns allen langsam die Beine schwer wurden, gingen wir zur Abwehr von Messerangriffen, dem zweiten Wunschthema, über. Hierbei besonders spannend war der präzise Fokus auf die Zentrumsausrichtung. Habe ich bei einem Kote-gaeshi ohne Messer noch Spielraum, meine nicht ganz präzise Ausrichtung zu korrigieren, so fehlt mir der Spielraum, wenn ein Messer mit im Spiel ist. Gleichzeitig fungierte das Messer aber auch als ideale Visualisierung der Prinzipien. Ma-ai, Musubi und Co. sind halt nicht ungefähre Möglichkeiten, sondern grundlegend für eine gute Technikausführung.

Viel zu schnell war unser erster Yudanshakai wieder vorbei. Aufgrund der positiven Resonanz wird es jedoch sicher nicht das letzte Mal bleiben – momentan laufen die Planungen für ein regelmäßiges Format.

Lieber Markus, danke für dieses (mal wieder) zusätzliche Training und die viele Zeit und Mühe, die du in unsere Ausbildung und die strukturierte Weitergabe deines Wissens investierst.

Lieber Marco, danke, dass wir deine Hallenzeit und die Tatami mal wieder so unkompliziert nutzen durften.

Shodan für Bente


Am 14. Oktober legte Bente Albert in Hannover erfolgreich die Prüfung zum 1. Dan Aikido ab. Bei strahlender Herbstsonne sollte sie in der schönen Halle der SG Misburg zeigen, dass sich die monatelange Vorbereitung in ihrem Können niedergeschlagen hatte.

Vor der Prüfung gab es noch einen kleinen Wiedersehensmoment: Bentes Eltern waren auch angereist und konnten nun ihren früheren Aikido-Lehrer Roland Nemitz, in dessen Dojo sie sich einst kennengelernt hatten, als Vorsitzenden der Prüfungskommission begrüßen.


Endlich ging es los, als erstes in die Überprüfung: Alle Techniken für alle Prüfungen, die Bente in den letzten Jahren bereits abgelegt hatte, wurden erneut abgerufen. Ihre beiden Uke Sandra und Markus flogen abwechselnd nach links und rechts durch den Raum. Als nächstes ging es in den schriftlichen Teil der Theorie-Prüfung. Nachdem Bente von dort zurück gekehrt war, hieß es warten, warten, warten, denn die Prüfungskommission - Roland Nemitz, Roger Zieger und Dirk Bender - prüfte erstmal die anderen Kandidaten in der Prüfungsgruppe. Endlich wurde Bente wieder aufgerufen. In einem mündlichen Vortrag musste sie das Prinzip Irimi erläutern.


Da die anderen Prüflinge schon mit allen Prüfungsfächern durch waren, ging es nun non-stop weiter. Bente führte mit Sandra die Kata Shodan vor, eine festgelegte Abfolge von zwanzig Formen, die nur geringe Freiheitsgrade in der Ausführung zulässt, so dass sehr genau gearbeitet werden muss. Kurz durchatmen, dann ging es auch schon weiter: Mit Sandra und Markus zeigte sie das Programm der Wurf- und Hebeltechniken. Wieder flogen die Uke über die Matte.


Eine kleine Atempause später kam schließlich das letzte Prüfungsfach an die Reihe: Bente musste sich den freien Angriffen von Markus stellen und diese durch Wurftechniken abwehren, bis die Prüfer schließlich das Stopsignal gaben und sie die Situation beendete und Markus mit einem Hebel am Boden fixierte.


Bei der Prüfung waren viele hochrangige Zuschauer anwesend, und deshalb sei noch freudig angemerkt, dass nach der Prüfung viel Lob an uns herangetragen wurde. Bente wurde für ihre schöne und dynamische Technikausführung gelobt. Und auch für das sehr gute Ukemi von Sandra, die die gleiche Prüfung erst Anfang des Jahres absolviert hatte, gab es immer wieder lobende Worte. Dem Vernehmen nach ist Lehrer Markus Hansen ein büschen stolz auf die beiden. ;o)

Vielen Dank an Sven, Chris und den Albert-Clan für das Bildmaterial.

Sommer, Sonne, S(tr)and und Ostsee


Am ersten September-Samstag trafen sich die Kieler Aikidoka bei bestem Wetter zum jährlichen Sommer-Highlight, dem Strandtraining an der Förde. Da ich an diesem Wochenende in Kiel zu Besuch war, durfte ich als Gast bei diesem Ereignis mit dabei sein.

Nachdem sich alle bei Sandra in der Laube versammelt und herzlich begrüßt hatten, trabten wir voller Vorfreude zum Falkensteiner Strand. Bei einer traumhaften Kulisse und gespannt wie das Trainieren im Sand so ist bzw. wie es sich auf diesem mir noch unbekannten Boden rollt, begann der Kieler Aikido-Lehrer Markus Hansen das Training mit einem Kote-gaeshi.


Markus wies uns darauf hin, dass wir als Uke am Ende der Technik unseren Nage anschauen sollen, damit wir gut positioniert in die Vorwärtsrolle kommen. Nage sollte zudem den Wurf langsam und kontrolliert ausführen, damit damit sich alle erstmal an den Untergrund gewöhnen konnten.


Die folgende Lektion hatte ich sofort gelernt: Bei der Rolle vorwärts ist es deutlich besser, den Mund geschlossen zu halten, ansonsten ist man ständig am Sandkauen. Der Sandboden ist allerdings gar nicht so hart wie erwartet, dafür ist es aber umso anstrengender, wieder aufzustehen, da der Untergrund den ganzen Schwung aus der Rolle nimmt. Abklatschen mit der flachen Hand im Sand sollte man auch besser bleiben lassen.


Bei den nachfolgenden Techniken wie z.B. einem Kokyu-nage, bei dem wir darauf achten sollten, unsere Hände vor dem Zentrum zu lassen, und einem Ude-kime-nage, bei dem wir mit der gestreckten Hand vor Ukes Mitte ein Glas leeren sollten, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, rollten wir alle quietschvergnügt durch den Sand, machten gelegentlich Sandengel, und ließen uns hin und wieder von vorbeituckernden Schiffen vom Trainieren ablenken.


Der Irimi-nage aus Shomen-uchi in Suwari-waza war zum Schluss noch mal eine echte Herausforderung. Zuerst musste man sein Zentrum, welches sich in Seiza im Sand sehr gut setzt, mühsam hinter den Uke bringen, dann die Hände locker fallen lassen und kurz bevor Uke mit dem Kopf voran im Sand landet diesen mit dem Arm abgefangen, an die Schulter nehmen, umlenken und rückwärts in den Sand werfen.


Viel zu schnell war das S(tr)andtraining vorbei und es musste erstmal der Sand, der sich überall im Gi angesammelt hatte, ausgeschüttelt werden, bevor es zum absoluten Highlight an diesem Nachmittag, dem Training auf der Sandbank, weiterging. In voller Montur (Gi samt Hakama) wateten einige noch durch die Kieler Förde auf die Nahe gelegene Sandbank um dort das Training abzuschließen oder einfach so herumzuplanschen.


Manch einer flog nun mit den zuvor am Strand geübten Techniken in die Ostsee. Dummerweise gab das Wasser als Untergrund für die Vorwärtsrolle nach, und ob man wollte oder nicht: Am Ende war immer Land unter und Uke tauchte prustend und lachend aus dem Wasser wieder auf.


Nachdem wir uns auf der Sandbank genügend ausgetobt hatten marschierten wir mit unseren pitschpudelnassen Gis Richtung Gartenlaube, um in den gemütlichen Teil des Tages überzugehen. Bei mitgebrachten Salaten und Leckereien vom Grill, gekühlten Getränken, selbstgebrautem Bier, Stockbrot und einem warmen Schwedenfeuer im Korb wurde bis spät in die Nacht geschnackt, gelacht, gesungen und der Tag entspannt ausgeklungen.


Danke Sandra und Markus für die Organisation des Strandtrainings und die Vorbereitungen in der Gartenlaube sowie den Kieler Aikidoka für einen unvergesslich tollen Tag, bei dem ich als schwäbisches Landei mit dabei sein durfte.

Vielen Dank an Marina für den Bericht sowie an Sven für die Fotos.

17. Kieler-Woche-Lehrgang mit Markus Hansen


Zum 17. Mal (seit 1998) fand in diesem Jahr unser traditioneller Kieler-Woche-Lehrgang statt. Trotz Sonnenschein und über 25°C Außentemperatur, was eigentlich untypisch ist zur Kieler Woche, war der Lehrgang gut besucht. So tummelten sich wieder 25 Aikidoka auf der Matte in den Uni-Sportstätten, die aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg angereist waren.

Da es auch in der Halle recht warm war, erwärmte uns Markus Hansen, welcher Lehrer dieses Lehrgangs war, mit ein paar lockeren und dynamischen Bewegungen. An Technik sollte hier noch gar nicht gedacht werden, es sollte einfach eine harmonische Bewegung entstehen bei der sich Uke und Nage fließend in ihren Rollen abwechselten. Wichtig war, dass man selbstständig die Richtung wechselte, bevor man seekrank wurde.


Es folgten einige spannende Techniken wie zum Beispiel Ude-nobashi. Dieser wurde in einzelne Bewegungs-Bausteine zerlegt, welche nacheinander ausgeführt wurde. Dadurch schaffte man ein anderes Bewusstsein für die einzelnen Bewegungsabschnitte dieser Technik und konnte gezielt auch Mal nur an einen Teil der Technik arbeiten, bis sich alles zu einer flüssigen Gesamtbewegung zusammenfügte. Sehr interessant war auch der Koshi-nage, bei dem man sich mit dem Gleichgewicht, nicht aber mit dem Gewicht von Uke auseinandersetzen sollte.


Ebenfalls spannend war die Ausführung des Ude-kime-nage. Hier war ein gutes Ukemi besonders wichtig, denn Uke sollte Nage die Chance geben, genau zu spüren, was mit Ukes Gleichgewicht passierte und in welche Richtung Uke instabil wurde. Dieses langsame und bewusste Ausführen einer Technik hatte den netten Nebeneffekt, dass man nicht all zu sehr in Schwitzen geriet. Dennoch machten wir eine Trinkpause zwischendurch, um danach wieder mit voller Konzentration ins Training zu starten.


Am Ende des Trainings machten wir eine „Einfühlübung“. Ziel war es, dass Nage in den Angriff rein fühlt und spürt wohin die Energie von Uke fließt. Bei dieser Übung saß also Nage auf dem Boden und Uke gab etwas Energie auf eine Schulter von Nage. Eigentlich brauchte sich Nage „nur entspannen“, doch das ist leichter gesagt als getan. Mit diesem kleinen Rätsel wurde das Training beendet und alle hatte so ihre Technik, die einen gedanklich noch länger beschäftigen sollte.


Wie immer viel zu schnell war das Training vorbei. Beim Abgrüßen bedankten wir uns bei Markus noch mit ein paar flüssigen Leckereien für seinen tollen Aikido-Unterricht. Nach dem gemeinsamen Mattenabbau hatten unsere Kieler dann wie immer ein leckeres Buffet bereit gestellt. Einige Aikidoka wurden dann noch von der Duschparty der anderen Gäste der Uni-Sportstätten überrascht, die sich offenbar während unseres Trainings entwickelt hatte.

Vielen Dank an Bente für den Bericht, an Sven für die Fotos, und an alle, die mit angepackt haben.