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Japanische Begriffe im Aikido

Im Aikido verwenden wir im Training einige Begriffe aus dem Japanischen. Hier eine kleine Einführung, wie wir diese Begriffe bei uns verstehen:

  • Dojo 道場
    Dojo bedeutet "Ort des Weges". Es ist der Raum, in dem wir üben. Einige Gruppen können sich eigene Räumlichkeiten oder gar ein eigenes Gebäude dafür leisten. Wir greifen bei uns auf öffentliche Sporthallen zurück. Die Matten, auf denen wir trainieren, heißen Tatami 畳.
     
  • Keikogi 稽古着, Obi 帯 und Hakama 袴
    Der Keikogi (manchmal kurz "Gi" genannt) ist der Übungsanzug, den wir beim Aikido tragen. Er besteht aus einer Hose und einer Jacke, die vor dem Körper übereinandergeschlagen wird. Dabei wird die linke Seite über die rechte geschlagen. Bei der Beschaffung sollte drauf geachtet werden, dass der Keikogi komplett weiß ist und sich eventuelle Herstellerkennzeichen leicht abtrennen lassen, damit die Kleidung im Training werbefrei ist. Auch sollte es sich nicht um Schlupfjacken handeln, wie sie z.B. im Taekwondo üblich sind, da diese nicht der japanischen Tradition entsprechen.

    Der Obi ist der Gurt, mit dem die Jacke zusammengehalten wird.

    Der Hakama ist ein Hosenrock. Ursprünglich handelte es sich dabei um eine Reithose, die die Beine etwa vor Gestrüpp schützen sollte, und wurde dann von den Samurai als Kleidungsstück übernommen. Inzwischen gelten Hakama als traditionelle japanische Kleidung; es gibt unterschiedlichste Modelle. Im Aikido und anderen Budo werden Umanori Hakama 馬乗り袴, Reithosen-Hakama getragen. In unserem Aikido-System werden von den Dan-Graduierten schwarze Hakama getragen. Kyu-Grade dürfen, wenn sie möchten, einen weißen Hakama tragen.
     
  • Nage 投げ und Uke 受け
    Nage und Uke beschreiben die Rollen, die wir im Aikido-Training einnehmen. Nage ist die Person, die die Technik ausführt; Uke ist die Person, die angreift. Das Wort Nage kommt dabei von "werfen"; das Wort "Uke" von "empfangen". Andere Worte für Nage, die in einigen Dojo üblich sind, sind Tori oder Shite.
     
  • Hanmi 半身 und Kamae 構え
    Hanmi bezeichnet die Körperausrichtung und die relative Ausrichtung zu Uke bzw. Nage. Kamae bezeichnet die Körperhaltung, die dabei eingenommen wird. Im Hanmi stehen wir so, dass unsere Füße und unser Körperzentrum genau auf einer Linie liegen, die auf Uke ausgerichtet ist. Der vordere Fuß zeigt dabei nach vorn, der hintere zur Seite.

    Hanmi bedeutet wörtlich "halber Körper", da dem Gegenüber so nicht die ganze Front als Angriffsfläche dargeboten wird. In Migi Hanmi 右半身 ist das rechte Bein vorn, in Hidari Hanmi 左半身 das linke. Haben beide Personen den gleichen Fuß vorn (beide den linken bzw. beide den rechten), stehen sie in Ai-Hanmi 合半身 zueinander. Haben sie verschiedene Füße vorn, stehen sie in Gyaku-Hanmi 逆半身 zueinander.

    In Kamae steht man im Hanmi und lässt die Arme aus den Schultern - die Ellenbogen werden nicht gebeugt - locker nach vorn schwingen, so dass beide Hände ebenfalls auf der Zentrumslinie sind. Die Hand auf der Seite des vorderen Fußes kommt dabei etwas höher und weiter vor als die andere.

    Die natürliche Körperhaltung, wenn man nicht im Hanmi steht, nennt sich Shizentai 自然体.
     
  • Irimi 入り身 und Tenkan 転換
    Im Aikido gibt es zwei grundlegende Prinzipien, um Führung zu erlangen oder Techniken auszuführen. Irimi heißt "in den Körper eintreten", Tenkan "umdrehen, wandeln".

    Bei Irimi wird durch eine direkte Bewegung in Position und Haltung von Uke ein Zentrumskontakt aufgebaut und die Führung übernommen, während man sich bei Tenkan um den Impuls von Uke herumdreht, um diesen aufzunehmen und so Zentrumskontakt und Führung herzustellen.

    Die meisten Techniken gibt es in Irimi- und Tenkan-Varianten. Je nachdem, ob man am Ende einen direkten Impuls nach vorn gibt oder den Weg freigibt, damit Uke aus der eigenen Bewegung heraus die Balance verliert, wird die Ausführung entsprechend bezeichnet.

    Statt Irimi und Tenkan sind in einigen Dojo Omote 表 und Ura 裏 als Bezeichnungen dafür gebräuchlich. Omote bedeutet "Vorderseite, äußere Seite", Ura "Rückseite, innere Seite". Omote und Ura bezeichnen hier also die relative Position zu Uke, Irimi und Tenkan die relative Bewegung.
     
  • Ukemi 受け身 und Ukemi-waza 受け身技
    Ukemi-waza - "Techniken zum Aufnehmen mit dem Körper" - bezeichnet das koordinierte Abrollen und Fallen im Aikido. Anfangs lernt man Ushiro-Ukemi 後ろ受身, die Rückwärtsrolle, und Mae-Ukemi 前受身, die Vorwärtsrolle. Das seitliche Fallen heißt Yoko-Ukemi 横受身.
    Neben diesen Grundformen gibt es noch einige weitere Formen, um koordiniert den Impuls abzufangen, wenn der eigene Körper zu Boden geht. Ukemi bezeichnet das koordinierte Empfangen der Technik von Nage durch Uke, insbesondere das genannte Abrollen und Fallen (Ukemi-waza), aber auch die Uke-Arbeit insgesamt.

    Aufgabe von Uke ist es, einen Angriff so auszuführen, dass Nage mit der Angriffsenergie weiterarbeiten kann. Dazu ist es erforderlich, dass Uke beständig darauf achtet, sich wieder auf das Zentrum von Nage auszurichten und dieses einnehmen zu wollen, d. h. kontinuierlich mit der eigenen Energie auf das Zentrum von Nage zuzuarbeiten. Uke muss dabei die eigene Energie und Geschwindigkeit stets so dosieren, dass Nage die Technik noch ausführen kann. Es handelt sich um ein gemeinsames Lernen, nicht um einen Wettkampf, welche Person die stärkere ist. Uke darf sich also weder als Totfisch-Uke verhalten, also nicht nach dem ersten Kontakt den eigenen Körper entkoppeln, noch darf Uke ein Blockade-Uke sein, der die Technik von Nage verhindert.

    Zu den Aufgaben von Uke gehört es auch, nach dem ersten Kontakt nicht von selbst in eine passive Rolle zu verfallen, sondern weiter die Aufmerksamkeit eines Angreifers aufrecht zu erhalten und z. B. von Nage gesetzte Atemi schützend abzuwehren. Zum Schützen des eigenen Körpers gehört auch das Fallen im rechtzeitigen Moment, damit z. B. die Wirbelsäule nicht in ein Hohlkreuz überdehnt wird.
     
  • Ashi-Sabaki 足捌き
    Ashi-Sabaki heißt "Methoden des Gehens" oder "Beinarbeit". Es gibt einige grundlegende Schrittfolgen im Aikido, die immer wieder vorkommen, inbesondere Irimi-Ashi 入り身足, Tenkan-Ashi 転換足 und Tai-Sabaki 体捌き. Beim eintretenden Schritt Irimi-Ashi wird aus dem Hanmi der hintere Fuß nach vorn bewegt und dann das Körperzentrum eingedreht. Beim aufnehmenden Schritt Tenkan-Ashi wird umgekehrt aus dem Hanmi das Körperzentrum gedreht und dann der vordere Fuß nach hinten genommen. Werden Irimi-Ashi und Tenkan-Ashi fließend miteinander verbunden, wird die Bewegung Tai-Sabaki oder manchmal auch Irimi-Tenkan genannt.

    Weitere Schrittarten sind Ayumi-Ashi 歩み足, Tsugi-Ashi 継ぎ足 und Okuri-Ashi 送り足. Ayumi-Ashi entspricht dabei in der Abfolge dem normalen Gehen, so dass die Füße immer abwechselnd vorn sind und das Hanmi jeweils gewechselt wird. Bei Tsugi-Ashi und Okuri-Ashi bleibt immer der gleiche Fuß vorn. Bei Tsugi-Ashi wird zuerst der hintere Fuß an den vorderen herangezogen, bevor der vordere weiter vor gleitet; bei Okuri-Ashi gleitet zunächt der vordere Fuß weiter vor, bevor der hintere nachezogen wird.
     
  • Kyu 級 und Dan 段
    Die unterschiedlichen Erfahrungslevel können im Aikido durch Graduierungen bestätigt werden. Es gibt Kyu-Grade und Dan-Grade. Kyu bedeutet "Klasse". Dan bedeutet "Stufe". Die Graduierungen können durch Prüfungen erworben werden.

    Personen ohne Dan-Grad werden mitunter Mudansha 無段者 genannt, Personen mit Dan-Grad Yudansha 有段者. Personen mit hohem Grad, die bereits alle Prüfungen hinter sich haben, werden als Kodansha 高段者 bezeichnet.
Aussprache
Die Transliteration der japanischen Zeichen in unsere Buchstaben ist an das Hepburn-System angelehnt. Grob vereinfacht werden die Vokale wie im Italienischen gesprochen, die Konsonanten wie im Englischen. Auffällig ist dies insbesondere bei "j", das etwa wie "dsch" gesprochen wird, sowie bei "s" und "z". Während "s" etwa wie "ß" gesprochen wird, wird "z" weich wie das "s" in "Sesam" gesprochen.

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