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Etikette

Die Etikette ermöglicht ein friedvolles und respektvolles Miteinander auf der Matte und auch außerhalb. Was hier sehr ausführlich beschrieben ist, fällt dann im Trainingsalltag allerdings kaum auf, also nicht erschrecken. :o)

  • Hygiene & Sicherheit

Außerhalb der Matte werden Badelatschen o.ä. getragen, um keinen Schmutz auf die Matte zu tragen. Auf den Matten wird barfuß geübt, weshalb die Füße besonders sauber sein müssen. Körper und Kleidung sind insgesamt sauber und frisch, nässende Verletzungen sind abgeklebt. Bei Verletzungen an den Füßen können ausnahmsweise vorübergehend auch Socken auf der Matte getragen werden. Auf keinen Fall werden die Matten mit Schuhen betreten. Beim Training werden kein Schmuck (Ketten, Ohrringe, Piercings, Armbänder etc.) und keine langen Nägel getragen, da diese eine Verletzungsgefahr für alle darstellen. Lange Haare werden aus dem Gesicht gebunden. Waffen werden beim Training nicht auf der Matte abgelegt, sondern außerhalb, damit sie keine Stolperfallen darstellen. Essen und Trinken kann man vor und nach dem Training. Insbesondere Glasflaschen haben in den Trainingsräumen nichts verloren, da sie splittern können und eine Verletzungsgefahr darstellen.

  • Kleidung

Der Keikogi (Aikido-Anzug) ist komplett weiß, eventuelle Herstellerkennzeichen sind abgetrennt, damit die Kleidung im Training werbefrei ist. Bei der Jacke wird die linke Seite über die rechte geschlagen, dies gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Schlupfjacken sind bei uns unerwünscht. Da die Jacken im Training verrutschen können, tragen weibliche Aikidoka Sportshirts oder Tops unter der Gi-Jacke. Diese sollen möglichst unauffällig sein. Aikidoka mit Dan-Grad tragen einen schwarzen Hakama. Kyu-Grade können einen weißen Hakama tragen, wenn sie möchten. Wer einen Hakama trägt, muss ihn ordentlich binden und zusammenlegen können.

  • Respekt
    • Pünktlichkeit
      Man erscheint rechtzeitig vor Trainingsbeginn, um beim Mattenaufbau fleißig mithelfen zu können. Kommt man ausnahmsweise verspätet ins Training, setzt man sich an den Mattenrand und grüßt für sich an. Danach verbeugt man sich vor dem Lehrer. Sobald dieser die Verbeugung erwiedert hat, integriert man sich ins Training.
       
    • Verbeugen
      Man verbeugt sich beim Betreten und Verlassen des Dojos, um den eigenen Respekt vor dem, was man dort gemeinsam mit anderen lernen möchte, zum Ausdruck zu bringen. Um mit einer anderen Person zu trainieren, wird sie durch Verbeugung aufgefordert. Bevor und nachdem man miteinander trainiert hat, verbeugt man sich voreinander. Bei der Verbeugung wird der ganze Körper der anderen Person zugewandt, man steht in Shizentai, der aufrechten natürlichen Körperhaltung. Die Hände liegen seitlich am Körper an. Ein einfaches Nicken mit dem Kopf, während man halb abgewandt ist, ist respektlos und unhöflich.
       
    • An- und Abgrüßen
      Zu Beginn und Ende des Trainings setzen sich Lehrer und Schüler in den Kniesitz Seiza und legen die Hände entspannt ineinander vor das eigene Zentrum. Die Schüler bilden dabei eine Reihe dem Lehrer gegenüber. Alle schließen die Augen, konzentrieren sich auf ihre Atmung und lassen alles innerlich von sich abfallen, was sie an einem konzentrierten Üben hindern könnte. Auf ein Signal des Lehrers (Klatschen oder "Rei" (Gruß) als Kommando) verbeugen sich alle. In einigen Gruppen und bei vielen Lehrgängen ist es üblich, sich entsprechend der Graduierung beim An- und Abgrüßen zu sortieren. In unserem Training wird darauf explizit kein Wert gelegt.
       
    • Sitzen
      Wird nicht aktiv trainiert, beispielsweise während der Lehrer erklärt, sitzen Schüler in Seiza oder Schneidersitz und beobachten aufmerksam und ohne zu reden, was gezeigt wird. Es gilt als unhöflich, sich einfach hinzufläzen oder beispielsweise die Füße nach vorne in Richtung Lehrer auszustrecken.
       
    • Ernsthaftigkeit
      Beim Training geht es um das Training. Es wird daher konzentriert und kooperativ miteinander geübt, was vorgegeben wurde. Dabei wird möglichst wenig geredet. Soziale Kommunikation findet außerhalb der Matte statt. Beim Auf- und Abbau der Matten packen alle gleichermaßen mit an. Aus Zeitgründen verzichten wir vor dem und beim Abbau auf das Zusammenlegen der Hakama auf der Matte.
       
    • Respekt unter Schülern
      In unserem Dojo wird bewusst auf eine strenge Hierarchie unter den Schülern verzichtet. Es trainieren alle mit allen. Ferner wird während der normalen Trainings kein Wert auf die Sortierung nach Graduierung beim An- und Abgrüßen gelegt. Im Training wird möglichst wenig geredet. Zwar sollen alle angemessenes Feedback geben, dies soll jedoch sich auf die konkrete Ausführung beziehen und dabei freundlich, wertschätzend und vor allem kurz sein. Übungspartner sollen nicht anfangen zu unterrichten. Dies ist allein Aufgabe des Lehrers, sofern dieser nicht ausdrücklich delegiert. Insbesondere bei Neuanfangenden ist darauf zu achten, sie nicht zu überfrachten. Neue Schüler werden von erfahreneren Schülern in die Fallschule eingewiesen. Dies muss nicht immer durch den höchstgraduierten Schüler erfolgen - der Lehrer teilt Personen ein, die er für geeignet und jeweils zu den neuen Schülern "passend" erachtet. Beim Üben der Techniken ist kooperativ miteinander umzugehen. Als Uke (Angreifer) blockiert man niemanden aus, um auf Lücken hinzuweisen, sondern ermöglicht das Ausführen der Techniken bis zum Ende, damit die Bewegungsabläufe zunächst erlernt werden können.
       
    • Respekt gegenüber Lehrern
      So wie wir untereinander respektvoll miteinander umgehen, handeln wir auch unserem Lehrer gegenüber. Neben den Äußerlichkeiten wie Verbeugungen gehört dazu, dass wir uns auf den Unterricht konzentrieren und die Anweisungen befolgen. Insbesondere werden stets die vom Lehrer gezeigten Formen nachvollzogen. Grad auf Lehrgängen ist dies wichtig, wo vielleicht etwas anderes als "das was man kennt und immer macht" vorgestellt wird. Ist der Lehrer im Dojo verhindert, bestimmt er eine Person, die ihn vertritt. Auch wenn man selbst womöglich höhergraduiert sein sollte, gilt dann: Die Person, die den Unterricht leitet, ist Chef, nur sie unterrichtet. Ihr ist mit Respekt zu begegnen. Es werden nur die von ihr angesagten Inhalte geübt.

      Schließlich haben wir noch die Gummibärchenregel: Nur die Person, die den Unterricht leitet, darf klatschen. Klatschen ist bei uns ein Signal dafür, die Übung zu unterbrechen. Wenn also jemand einfach so klatscht, stört dies alle. Wer versehentlich mal klatscht, ohne den Unterricht zu leiten, muss dann beim nächsten Training Gummibärchen mitbringen.

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