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Beach-Aikido


Brrrrr war es im Mai abends trotz Lagerfeuer immer kalt geworden. In diesem Jahr haben wir unser traditionelles Aikido-Strandtraining daher in den Hochsommer verlegt - und hatten sogar Glück mit dem Wetter. Zwei Trainingseinheiten Aikido sollten es diesmal sein, bevor es zur dritten Einheit an den Grill ging.

Am späten Vormittag trafen wir uns im Garten von Sandras Eltern, um umgezogen im Keikogi zum Falckensteiner Strand aufzubrechen. Dort angekommen begannen wir mit einem Stabtraining. Unter detaillierter Anleitung von Markus, wie man so einen Jo hält, wie man steht und dass es auch mit dem Stab wichtige Zentrumslinien gibt, versuchten wir unser Glück mit dem Holz. Als großer Vorteil eines Strandes erwies sich, dass man die Linien mit dem Stab in den Sand ziehen konnte. Mit etwas Abstand betrachtet sah es aus, als wollten die Aikidoka den Sand wegfegen.

Übt man immer wieder die gleichen Bewegungen - Choku-tsuki, Gaeshi-tsuki und so weiter - dann wundert man sich, dass die Bewegungen immer schwergängiger werden. Bis dann ein Blick nach unten zu den Füßen offenbahrt, dass man sich schon fast bis zu den Knien in den Sand gebuddelt hat.

Nachdem die Grundbewegungen halbwegs saßen, ließ Markus uns paarweise üben. Damit nichts passieren konnte, hielten wir Sicherheitsabstand und führten die einzelnen Bewegungsabschnitte jeweils nacheinander aus, bevor wir Übungen bekam, bei denen es auch um gemeinsames Timing und Ergänzung der Bewegung der Partnerinnen und Partner ging. Neugierige Zuschauer waren uns sicher.


Nach dieser spannenden ersten Einheit hopsten wir erstmal in die Kieler Förde. Auch dort probierten wir einige Aikido-Techniken. Würfe gingen ganz gut, allerdings merkten wir bei den Bodenhebeln recht schnell, dass der Auftrieb von Uke auch bei Flachwasser kontraproduktiv ist und man ein Abklopfen einfach nicht von normalen Schwimmbewegungen unterscheiden kann. Das Projekt "Kata Nidan auf der Sandbank" wurde daher erstmal vertagt.

Nach der erholsamen Abkühlung im Ostsee-Wasser legten sich die meisten von uns erstmal in die Sonne. Bente hatte ein Kubb-Spiel ("Wikinger-Schach") mitgebracht, und wer genug vom Sonnen hatte, spielte eine Runde mit, bevor das zweite Training begann.


Für dieses Training hatte Markus sich ein paar Aikido-Würfe herausgesucht, die sich auch gut im Sand fallen ließen, während Bodenhebel ja immer dazu führen, dass man Ohren und Nase wieder freirubbeln muss. Letzteres blieb leider trotzdem nicht ganz aus.

Nachdem alle ordentlich Sand aufgewirbelt hatten und auch ungewöhnliche Techniken in noch ungewöhnlicheren Ausführungen geübt wurden, ging es endlich Richtung Garten. Bevor wir jedoch den Abend mit selbstgebrautem Bier am Grill und später am Lagerfeuer verbrachten, überraschten wir Kieler Aikidoka unseren Lehrer Markus noch. Markus hatte nicht nur vor kurzem Geburtstag, er hatte vor allem 30-jähriges Aikido-Jubiläum. Sichtlich gerührt nahm er die liebevoll selbstgebastelte Karte in Form eines Hakama (mit allen Falten und gebundenen Himo) entgegen. Im September kommt dann der echte Hakama maßgeschneidert aus Japan.

Dir, lieber Markus, einen ganz lieben Dank für die viele Zeit, dein Engagement und dass du einfach immer weitermachst und uns an deinem Aikido teilhaben lässt, egal wie stürmisch es auch sein mag.

Auf das nächste Strandtraining freue ich mich schon besonders – hoffentlich das vierte Jahr in Folge mit Sonnenbrandgefahr und strahlenden Gesichtern.