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Sommer, Sonne, S(tr)and und Ostsee


Am ersten September-Samstag trafen sich die Kieler Aikidoka bei bestem Wetter zum jährlichen Sommer-Highlight, dem Strandtraining an der Förde. Da ich an diesem Wochenende in Kiel zu Besuch war, durfte ich als Gast bei diesem Ereignis mit dabei sein.

Nachdem sich alle bei Sandra in der Laube versammelt und herzlich begrüßt hatten, trabten wir voller Vorfreude zum Falkensteiner Strand. Bei einer traumhaften Kulisse und gespannt wie das Trainieren im Sand so ist bzw. wie es sich auf diesem mir noch unbekannten Boden rollt, begann der Kieler Aikido-Lehrer Markus Hansen das Training mit einem Kote-gaeshi.


Markus wies uns darauf hin, dass wir als Uke am Ende der Technik unseren Nage anschauen sollen, damit wir gut positioniert in die Vorwärtsrolle kommen. Nage sollte zudem den Wurf langsam und kontrolliert ausführen, damit damit sich alle erstmal an den Untergrund gewöhnen konnten.


Die folgende Lektion hatte ich sofort gelernt: Bei der Rolle vorwärts ist es deutlich besser, den Mund geschlossen zu halten, ansonsten ist man ständig am Sandkauen. Der Sandboden ist allerdings gar nicht so hart wie erwartet, dafür ist es aber umso anstrengender, wieder aufzustehen, da der Untergrund den ganzen Schwung aus der Rolle nimmt. Abklatschen mit der flachen Hand im Sand sollte man auch besser bleiben lassen.


Bei den nachfolgenden Techniken wie z.B. einem Kokyu-nage, bei dem wir darauf achten sollten, unsere Hände vor dem Zentrum zu lassen, und einem Ude-kime-nage, bei dem wir mit der gestreckten Hand vor Ukes Mitte ein Glas leeren sollten, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, rollten wir alle quietschvergnügt durch den Sand, machten gelegentlich Sandengel, und ließen uns hin und wieder von vorbeituckernden Schiffen vom Trainieren ablenken.


Der Irimi-nage aus Shomen-uchi in Suwari-waza war zum Schluss noch mal eine echte Herausforderung. Zuerst musste man sein Zentrum, welches sich in Seiza im Sand sehr gut setzt, mühsam hinter den Uke bringen, dann die Hände locker fallen lassen und kurz bevor Uke mit dem Kopf voran im Sand landet diesen mit dem Arm abgefangen, an die Schulter nehmen, umlenken und rückwärts in den Sand werfen.


Viel zu schnell war das S(tr)andtraining vorbei und es musste erstmal der Sand, der sich überall im Gi angesammelt hatte, ausgeschüttelt werden, bevor es zum absoluten Highlight an diesem Nachmittag, dem Training auf der Sandbank, weiterging. In voller Montur (Gi samt Hakama) wateten einige noch durch die Kieler Förde auf die Nahe gelegene Sandbank um dort das Training abzuschließen oder einfach so herumzuplanschen.


Manch einer flog nun mit den zuvor am Strand geübten Techniken in die Ostsee. Dummerweise gab das Wasser als Untergrund für die Vorwärtsrolle nach, und ob man wollte oder nicht: Am Ende war immer Land unter und Uke tauchte prustend und lachend aus dem Wasser wieder auf.


Nachdem wir uns auf der Sandbank genügend ausgetobt hatten marschierten wir mit unseren pitschpudelnassen Gis Richtung Gartenlaube, um in den gemütlichen Teil des Tages überzugehen. Bei mitgebrachten Salaten und Leckereien vom Grill, gekühlten Getränken, selbstgebrautem Bier, Stockbrot und einem warmen Schwedenfeuer im Korb wurde bis spät in die Nacht geschnackt, gelacht, gesungen und der Tag entspannt ausgeklungen.


Danke Sandra und Markus für die Organisation des Strandtrainings und die Vorbereitungen in der Gartenlaube sowie den Kieler Aikidoka für einen unvergesslich tollen Tag, bei dem ich als schwäbisches Landei mit dabei sein durfte.

Vielen Dank an Marina für den Bericht sowie an Sven für die Fotos.