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1. Kieler-Schietwetter-Lehrgang mit Markus Hansen


An diesem Samstag veranstalteten wir den 1. Kieler-Schietwetter-Lehrgang, zu dem 32 Aikidoka aus vielen verschiedenen Vereinen und Verbänden anreisten. Dadurch sahen sich viele wieder, die sich seit längerer Zeit nicht mehr auf der Matte gesehen hatten, sodass man vereinzelt "Hey, du auch hier?" mit strahlenden Gesichtern sehen und hören konnte. Lehrer war Markus Hansen, der auch in unserem Verein das Aikido-Training leitet.

Nach einer kurzen Einleitung von Markus und einem knackigen Aufwärmen von Pay begann dann auch der eigentliche Lehrgang im Sportforum der Kieler Universität. Die erste Technik war irimi nage in zwei Formen, mit dem die Aikidoka vom 5. Kyu bis 3. Dan sich schonmal einfühlen und einrollen konnten.


Es folgte danach ein weiterer Wurf, eine Variation von kote mawashi, der für Nage recht unkompliziert war - Hüfte etwas drehen, Handgelenk umdrehen und tief gehen - jedoch trotzdem (oder grade deshalb?) für Uke zwingend war.


Als Markus danach an den Rand der Matte ging und sich von einem kleinen Haufen einen Regenschirm holte, veränderten sich teilweise die Gesichtsausdrücke dahingehend, dass einige Leute sich scheinbar fragten, was der damit eigentlich will. Zum Einen, weil Regenschirme im Aikido normalerweise sehr selten benutzt werden, zum Anderen, weil trotz Schietwetterlehrgangs die strahlende Sonne zu sehen war und das Herbstlaub vor der Glaswand der Halle sehr schön ausleuchtete.


Aufbauend auf die vorherige Technik zeigte Markus, das man Aikido auch machen kann, wenn jemand versucht, einem den (kostbaren) Regenschirm wegzunehmen - vorzugsweise ohne die Spitze in den Partner zu rammen.


Danach war kote gaeshi an der Reihe, ein weiterer Handgelenkhebel, den man wie einen Wurf oder wie einen Bodenhebel ausführen kann; zuerst ohne Schirm, wodurch man sich an die Bewegung gewöhnen konnte.


Nachdem wir das (leidlich) geschafft hatten, holte Markus sich wieder einen Schirm, und demonstrierte damit, das man selbst mit aufgeklappten Regenschirm noch was tun kann, wenn jemand einen hauen will, wobei der Schirm in der Technik zum Führen des Uke zur Anwendung kam.


Um die Führung des Partners ging es auch in der nachfolgenden Übung, jedoch ohne Angriff, Technik und Regenschirm. Vielmehr ging es darum, dass Uke Nage eine ins Zentrum gerichtete Kraft gibt und Nage diese mit möglichst wenig eigenen Aufwand umlenkt (bzw. führt). Dabei kam es aber nicht nur auf die Führung von Nage an, sondern auch darauf, dass Uke daran denkt, Nage eine Kraft zu geben (selbst wenn er dabei auf den Knien rumrutscht), sodass beide gleichermaßen mit ihren jeweiligen Aufgaben zu tun hatten.


Es folgte danach eine Technik, die dem zu Anfang gezeigte Irimi-Nage ähnlich war, jedoch mit dem Unterschied, dass man die eigentlich falsche Schulter verwendet. Eine Möglichkeit wäre, zu fluchen ("Mist") und Uke in der Gegend stehen zu lassen, was aber bei bösen Angreifern nicht ganz Sinn einer Technik ist, oder elegant eine Technik machen und sich nix anmerken zu lassen. Wir haben dann die zweite Möglichkeit gewählt.


Dies übten wir aus zwei Angriffen, einmal ein Griff beider Handgelenke (ryote tori) zur Eingewöhnung, danach aus einem Schlag (yokomen uchi), durch den man sah, das man diese Technik auch direkter machen kann.


Für die letzte Technik begab sich Nage denn auf die Knie, um mit shiho nage weiterhin zu zeigen, das man Aikido fast immer machen kann, selbst wenn man sitzt. Ziel dieser Übung war wieder mal, mit möglichst wenig eigener Bewegung Uke die ganze Arbeit machen zu lassen. Auf den Knien kann man sich ja nicht so großartig im Raum bewegen wie im Stand, also kam es umso mehr auf Koordination des eigenen Zentrums an, um den gewünschten Effekt zu erzielen.


Nach kurzem Abgrüßen und einem Schlusswort von Markus wurde noch ein Gruppenfoto gemacht, danach folgte das gemeinsame Mattenabbauen, bevor es gemütlicher wurde. Nach kurzem Frischmachen trafen wir uns noch außerhalb der Halle zu einem kleinen Buffet, das die Kieler Aikidoka vorbereitet hatten. Nicht wenige kosteten noch davon, bevor sie sich entweder auf den Heimweg machten oder noch zum Schnacken in eine nah gelegene Gaststätte gingen.

Abschließend noch vielen Dank an Kerstin, die trotz kugeligem Bauch bei uns vorbeischaute, um Fotos zu schießen, ohne die dieser Bericht langweiliger wäre, und auch an Markus für die Organisation (trotz Hindernissen bei der Hallenplanung) und für das nette Aikido-Training.