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Bokuto-Workshop bei Markus Hansen am 14./15. August 2010


Sommerferien - da macht man doch kein Aikido, da die Hallen geschlossen sind? Fast richtig. Dafür trifft man sich in Markus Garten, um ein Bokuto (den meisten wohl als Bokken bekannt) anzufertigen. Aber alles der Reihe nach.

Nachdem Markus Hansen darüber in seinem Blog berichtet und schon auf dem einen oder anderen Lehrgang im Frühling von mehreren Leuten wegen seines selbst gefertigten Schwertes angesprochen wurde, konnte er nach einiger Zeit zu einem Workshop überredet werden. So war die Idee geboren und sollte nun auch ausgeführt werden. Also spendierte Markus seine Zeit, sein Wissen und seinen Garten und wir, dreizehn Aikidoka aus verschiedenen Teilen Deutschlands, unsere Geduld und Aufmerksamkeit.

Wir trafen uns am Samstag Nachmittag und bekamen Werkzeug, Holz, gute Ratschläge und Zeitvorgaben („in zwei Stunden hat Musashi aus einem Ruder ein Bokuto geschnitzt, viel Spaß“) in die Hand gedrückt. Wir machten uns an die Arbeit. Zwei Stunden? Nach zwei Stunden konnte man so langsam erkennen, dass es kein Baseball-Schläger werden sollte, doch so richtig zufrieden schaute noch keiner aus.

Und deshalb arbeiteten wir gewissenhaft, in aller Stille weiter. Nichts außer dem Abschneiden und Fallen der Holzspäne sowie dem prasselnden Regen auf dem Pavillondach war zu hören, eine fast meditative Ruhe. Doch irgendwann lockte der Grillgeruch die Ersten aus dem Pavillon und verschaffte dem ein oder anderen Handgelenk und Arm eine kleine Verschnaufpause.

Zwischen den leckeren Würstchen, Fleischstücken, Salaten und Broten wurde immer weiter gearbeitet, doch irgendwann brachen die ersten Aikidoka auf, um die harte Bank gegen ein schön weiches Sofa oder Bett zu tauschen. Ich habe mir erzählen lassen, dass einige erst um Mitternacht von ihrem Bokuto abgelassen haben und von Markus ins Bett geschickt wurden – so etwas kennt man doch eigentlich nur von Kinder- und Jugend-Lehrgängen ...

Am nächsten Morgen war auch keine Zeit zum Ausschlafen, denn wir trafen uns um 8:30 Uhr am Falckensteiner Strand zum Aikido-Training mit dem Schwert. Leider hatte bis dahin nur einer ein Exemplar zustande gebracht, das jetzt hätte eingesetzt werden können. Die anderen nahmen ihre alten Schwerter und es wurden verschiedene Angriffs- und die entsprechenden Abwehrbewegungen geübt. Training am Strand ist immer wieder schön (wahrscheinlich besonders für unsere Besucherinnen und Besucher aus der Nähe von Trier und Dresden) – mit Kreuzfahrtschiffen als Hintergrund, viel Platz und schwergängigem Sand, der bei jeder Bewegung mitgeschoben werden wollte.

Nach dieser schön(en) anstrengenden Trainingseinheit ging es wieder zurück in Markus Garten – während die meisten noch an ihren Schwertern arbeiteten, wurde nebenbei wieder der Grill angeworfen und das Fleisch und die Würstchen flambiert. Die meisten waren auch dann noch nicht mit ihren Arbeiten zufrieden, aber die Motivation, das Bokuto zu Hause fertig zu stellen, war deutlich zu hören. So langsam klang dann auch dieser Workshop aus und wir machten uns auf den Heimweg.

Hier habe ich nicht nur gelernt, wie viel Arbeit in so einem eigenen Bokuto steckt, sondern neue nette Menschen kennengelernt und alte wiedergetroffen. Ich hoffe, wir sehen uns auf Aikido-Lehrgängen mal wieder. Im Aikidojournal Ausgabe 64DE erschien eine Reportage zum Workshop. Außerdem gab es anläßlich des Workshops auch ein Audio-Interview mit Markus Hansen.