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Lehrgang in Ascheberg bei Ernst Schmidt


Eine Vorführung von Ernst Schmidt und seiner Aikido-Gruppe in Preetz war 1986 der Anlass für mich, mit Aikido anzufangen. Ich sah staunend zu und war unglaublich fasziniert von der Leichtigkeit und Eleganz der Bewegungen. So kam es, dass ich kurz darauf in Preetz auf der Matte stand. Ernst ist einer der wenigen Aikidoka, auf die ich gern das Wort "Meister" anwende, gerade auch, weil er dies weit von sich weisen würde. Er hat mich allen nicht nur damals pubertär bedingten Besonderheiten meiner Persönlichkeit zum Trotz einfach so genommen, wie ich bin, und mit viel Geduld und Liebesmüh den Grundstein für alles gelegt, was ich heute auf der Matte so mache. Die erste Faszination - sie hat mich bis heute nicht losgelassen. Trotzdem wir uns in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt haben - wann immer ich einen Lehrgang mit Ernst ausgeschrieben finde, sehe ich zu, dass ich da hin kann. Heute nun fand in Ascheberg, wo Ralf Appel eine Aikido-Gruppe leitet, ein solcher Lehrgang statt.

Mit fünf Leuten aus unserer Gruppe düsten wir nach Ascheberg. Nach einigem Hin und Her hatten wir die Halle schließlich gefunden, und nach und nach trudelten auch die anderen Aikidoka ein. So manche Begrüßung fiel besonders herzlich aus, denn neben Ernst hatte ich auch Thorsten und Didi schon eine Weile nicht mehr getroffen. Schließlich kam auch Ralf, so dass wir in die Halle rein und mit den Lehrgang beginnen konnten.

Nach dem üblichen Aufwärmprogramm ging es los mit den ersten Übungen zur Gleichgewichtsbrechung und zum Einrollen. Ausweichen, den Uke mitnehmen, aus der Balance führen, freundlich lächeln, wenn er plötzlich rollen muss. Insbesondere sein freundlicher und unaufdringlicher Unterrichtsstil zeichnet Ernst aus. Er bietet Möglichkeiten an, erwartet nicht, die alleinige Weisheit gepachtet zu haben. Immer wieder kommt er mit kleinen Korrekturen und Hilfestellungen daher, so dass schließlich alle Teilnehmer die Technikausführung nachvollziehen konnten, die er gerade gezeigt hat.

Durch die allgemein gute Stimmung in der Halle verging die Zeit wie im Flug. Angenehm erschöpft und gut durchgeschwitzt setzten wir uns zum Abgrüßen an den Mattenrand. Ralf bedankte sich beim Lehrer für den Lehrgang, und auch ich durfte mich mit ein paar Worten und einem nachträglichen Geschenk zum 60. Geburtstag bei Ernst bedanken. Beim Mattenabbau und beim Umziehen wurde dann noch ausgiebig miteinander geplauscht, bevor wir uns an die Rücktour machten.