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5. Kieler-Schietwetter-Lehrgang mit Markus Hansen


Warm war es, zuweilen gar heiß, so dass so manche Stirn feucht glänzte und der Atem schneller ging – auf der Matte, wohlgemerkt. Draußen hing die graue Wolkendecke tief und die nasskalte Witterung gestern wurde dem Namen des 5. Schietwetter-Lehrgangs zum ersten Mal gerecht. Über 50 Aikidoka aus 16 Vereinen versammelten sich am Samstagnachmittag in Kiel, um von Markus Hansen zu lernen.

Nachdem Sven uns erfolgreich auf Betriebstemperatur gebracht hatte, ging es endlich richtig los. Markus demonstrierte sehr anschaulich, wie wichtig der richtige Einsatz des Zentrums für das Gelingen der Techniken ist. Dank seiner kreativen und eingängigen Ausführungen wurde die verzwickte Zentrumsverbindung auf einmal ganz simpel. Zumindest in der Theorie. (Das Laserpointer-Bauchnabelpiercing würde ich übrigens gern mal sehen.)

Gerade wenn man wie ich aus härteren Kampfkünsten kommt, ist Aikido ein Quell der Inspiration: Wo anderswo rohe Kräfte sinnlos walten, dort wird mit minimalem Krafteinsatz Ukes Gleichgewicht nahezu spielerisch gebrochen. Daher versuchten wir in verschiedenen Übungen, Gefühl für unseren Partner zu entwickeln. Die ständigen Partnerwechsel zwangen und halfen uns, uns immer wieder intensiv in unser Gegenüber hineinzufühlen.

Auch wenn Markus hier und da einige Schnörkel skizzierte, so stand doch immer der eigentliche Kern der Techniken im Fokus. Gerade die sehr bildlichen Erläuterungen sorgten dafür, dass von so vielen Eindrücken am Ende auch etwas hängen blieb. Wer würde denn, wenn er durch eine Tür gehen möchte, nicht zuerst die Klinke drücken und die Tür öffnen? Kote Gaeshi funktioniert offensichtlich nach dem gleichen Prinzip.

Doch nicht nur Aikido-Techniken, auch für das Leben lernten wir! So erklärte uns Markus, dass man den Kontakt zu belastenden sozialen Kontakten suchen und sich schließlich von der Belastung dabei lösen müsse – und schon kullert Uke davon.

Nach drei Stunden Training dampften die Körper und wohl so mancher Kopf rauchte. Wie auch bei den vorherigen Schietwetter-Lehrgängen hatten die Kieler Aikidoka wieder ein Kuchenbuffet vorbereitet, an dem der Nachmittag bei netten Unterhaltungen ausklang. Ich bin wohl nicht die einzige, die diesen Lehrgang in guter Erinnerung behalten wird. Danke Markus, für diesen lehrreichen Nachmittag!

Vielen Dank an Ina für den Lehrgangsbericht, an Sven für die Fotos, sowie an alle Kieler Aikidoka, die mitgeholfen haben, den Lehrgang so reibungslos auf die Beine zu stellen. Ihr seid klasse!