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Aikido-Geschichtsstunde


Gestern trafen sich die Kieler Aikidoka zu einem Theorie-Lehrgang, um von dem aufgrund der Anzahl sichtlich erstaunten Markus Hansen und seinem breiten Wissen über die Geschichte des Aikido und im speziellen den Werdegang des Aikido-Begründers Morihei Ueshiba zu lernen. Vor einigen Wochen gab es das Angebot von ihm, bei Interesse einen Vortrag über die Geschichte des Aikido zu halten, den er für die Aikido-Trainerlizenz-Ausbildung ausgearbeitet hatte. Gerechnet hat er mit einigen wenigen Teilnehmern, gekommen waren 16. Dank Christoph Daniel hatten wir einen Raum zur Verfügung, in den wir auch alle bequem reinpassten.

Einen Großteil des Vortrags referierte Markus über das Leben von Morihei Ueshiba. Es war spannend dabei die klar herausgearbeiteten Einflüsse aus Religion/Spiritualität (Shingon-Buddhismus und Shinto am Anfang, später starker Einfluss von Onisaburo Deguchi), unterschiedlichen Kampfkünsten sowie den Rahmenbedingungen seines Lebens, das immer wieder durch familiäre Verluste sowie kriegsbedingte Verluste seiner Schüler geprägt wurde, zu erkennen.

Klar nachvollziehbar war dabei auch der Weg Morihei Ueshibas von einer zunächst martialischen Kampfkunst zu einer harmonischeren, friedfertigeren Form, die es dem Besiegten nach ausgetragenem Konflikt erlaubt, wieder aufzustehen. Gerade der zweite Weltkrieg und der traurige Höhepunkt des Abwurfs der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki haben ihn darin bestärkt, die Spirale der Gewalt nicht weiter zu drehen und diese Erkenntnis in seine Form der Kampfkunst zu integrieren.

Später zeigte Markus uns noch den Weg des Aikido aus Japan nach Europa auf und verwies auf die wenigen deutschen Schüler, die direkt bei Morihei Ueshiba lernten sowie den Stammbaum der Lehrer/Schüler bis heute. Besonders unterhaltsam waren dabei die Videos, die Markus als putzigen Gelburt, coolen Blaugurt und später als blondierten Shodan zeigten.

Nach ziemlich genau zwei Stunden endete dann der leider leicht verkürzte Vortrag mit Applaus und einem Dank an Markus, der sich wie immer viel Mühe gegeben hat und uns mit einem kurzweiligen, um viele spannende Anekdoten und Bilder ergänzten Vortrag wieder ein Stück seines Aikido näher gebracht hat. Vielen lieben Dank, Markus.

Vielen Dank an CDS für die Organisation des Raumes.

Wenn Angriffe im Sande verlaufen ...


Am Freitag war ein Ferientag und die Halle war geschlossen, so dass wir unser Aikido-Training kurzerhand an die Kieler Förde verlegten. Die Sonne schien warm auf unsere weißen Keikogi, als wir uns am Falckensteiner Strand trafen, um miteinander Aikido zu üben.

Nach einer kurzen Gymnastik ging es mit den ersten Partnerübungen los, bei der schließlich auch die letzten noch den Weg zu uns fanden. Immer wieder wurden von Markus leicht andere Bewegungsabläufe gezeigt und von uns mit wechselnden Partnerinnen und Partnern geübt, so dass es nie langweilig wurde. Und wenn Nage an einem Bodenhebel doch mal etwas länger herumprobierte, konnte Uke die Zeit ja nutzen und mit der freien Hand eine kleine Sandburg errichten.

Ungewohnt war der Sand als Untergrund schon. Bei den Drehbewegungen schraubte man sich gern ein wenig in den Boden - aber das Zentrum soll ja schön tief sein, oder? Und auch beim Abrollen merkte man, dass eine Mattenfläche mitunter ihre Vorzüge hat. Aber egal: Sand lässt sich von Jacke und Hose wieder abklopfen und auch aus den Ohren bekommt man ihn wieder heraus.

Nachdem wir nicht ganz zwei Stunden die Sonne, eine leichte Brise, das Rauschen der Wellen und Schreie der Möven genossen hatten, war das Training vorbei und wir setzten uns zum Abgrüßen. Nun zeigte sich, dass nicht nur die Sonne Farbe verleiht: Markus erklärte, dass er bei Sandra und Ina heute sehr genau hingeschaut hatte, und gratulierte den beiden zur bestandenen Prüfung zum 5. Kyu Aikido. - So eine Prüfung am Strand ist hoffentlich unvergesslich.

Vom Strand marschierten die Kieler Aikidoka dann zu einem nahegelegenen Schrebergarten, den wir freundlicherweise nutzen durften. Der Grill wurde angeworfen und bei leckerem Essen und sehr netten Gesprächen klang der Abend gemütlich aus, bis er fast schon wieder ein Morgen war.

Vielen Dank an Christoph Daniel und Rudi, die Fotos machten, sowie ganz besonders an Sandra, Rudi und Geli für die Super-Organisation und den wunderschönen Garten, den wir nutzen durften.

Aikido-Lehrgang Dresden 2014


Laut Wikipedia wird der 1. Mai "als Internationaler Tag der Arbeiterbewegung in vielen Ländern gefeiert". Und was eignet sich ganz besonders gut, um sich nach einem Feiertag wieder zu entspannen und möglicherweise alkoholinduzierten Höhenflügen eine Wurzelbehandlung mit festem Nährboden unter den Füßen entgegenzusetzen? Richtig: ein Aikido-Lehrgang! (Und vielleicht Gemüsebrühe gegen den Kater am 2. Mai, aber zu dem Thema finden sich so wenig Lehrgänge...)

So begaben sich folgerichtig am 3. und 4. Mai auf Einladung von Stefan Bock Aikidoka aus Sachsen, Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein nach Dresden zum alljährlichen Lehrgang mit Markus Hansen. Insgesamt waren es über 50, mehr als je zuvor bei dieser Lehrgangsreihe. Während die Sporthalle sich also fröhlich anschickte, langsam gut voll zu werden, trainierten sich die Anwesenden durch drei unterhaltsame und spannende Trainingseinheiten.

Mit einem Fokus darauf, wie wenig Kraft und Hände eigentlich nötig sind, um Uke zu Boden zu bitten, trainierten wir uns beispielsweise durch Kaiten-nage und Kote-mawashi. Markus' Erklärungen bedienten sich wie üblich mal wieder gar blumiger Bilder, welche die nicht ganz einfachen Bewegungen etwas greifbarer machten. So ist man bei Kaiten-nage beispielsweise dann auf dem richtigen Weg, wenn man zwischendurch das (je nach Uke mehr oder minder starke) Bedürfnis verspürt, Uke einen Klapps auf den Hintern zu geben. Und Kote-mawashi wird deutlich einfacher, wenn man sich das Uke-Nage-System als putzige Murmelbahn vorstellt.

Ich verbinde mit jedem Lehrgang ein, zwei Dinge, die ihn zu etwas besonderem machen. Neben der extrem spaßigen Hinfahrt ist mir von diesem Lehrgang insbesondere in Erinnerung geblieben, wie nett und warmherzig wir von der Dresdner Truppe Willkommen geheißen und versorgt wurden. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für die hervorragende Organisation und den reibungslosen Ablauf!

Vielen Dank an CDS für den Lehrgangsbericht, an CDS, Sven und Dennis für die Fotos sowie an Stefan und sein Team für die Ausrichtung vor Ort!

Aikido-Lehrgang in Friesack


Gut 30 Aikidoka aus Berlin, Friesack, Kiel, Neuruppin und Perleberg trafen sich Mitte März in Friesack zum jährlichen Aikido-Lehrgang, den Erhard Genschmer und sein Team wieder organisiert hatten. Der Lehrgang mit Markus Hansen war, wie erwartet, wieder ein voller Erfolg.

Ohne große Reden ging es am Samstag nach kurzer Begrüßung direkt in die Erwärmung. Es folgten die ersten Techniken und ich kam so richtig ins Schwitzen. Ein kurzer Blick auf die Uhr sorgte dann für Überraschung, schon über zwei Stunden auf der Matte! Langeweile kam nie auf und für manche Technik hätte ich mir mehr Zeit gewünscht. Der Tag endete mit der Erkenntnis, dass es noch sehr viel zu lernen gibt.

Auch wenn der Sonntag es mir mit fiesem Wetter zu früher Stunde nicht leicht machte, so fanden wir uns doch überpünktlich wieder in der Sporthalle ein. Wie schon am Vortag verloren wir keine Zeit und starteten in den Trainingstag. Markus zeigte uns neue Techniken (je nach Graduierung), andere Herangehensweisen an bekannte Techniken und bot auch viele Erklärungen, die so einige Aha-Effekte hervorriefen.

Besonders seine Art, die Wirkung der Techniken mit bildhaften Erklärungen zu verdeutlichen, dürfte jedem in Erinnerung geblieben sein. Sehr angenehm und interessant war auch der Austausch mit Aikidoka, die einen anderen Stil lernen und lehren. Einige Übungen gerieten so auch in den einzelnen Paaren zu Vergleichen zwischen den jeweils ausgeübten Stilen und deren Ausführung in der speziellen Technik. Vielen Dank für dieses kurzweilige Wochenende.

Vielen Dank an Olli für den Bericht, an Sandra für die Fotos, sowie an die Genschmer-Gang für die Lehrgangsorganisation und die Gastfreundschaft.

Aikido und Jiu Jitsu beim Lehrgang in Nortorf


Am vergangenen Samstag hatte die DDK-Landesgruppe Jiu Jitsu zum Landeslehrgang in Nortorf eingeladen. Die hochkarätige Lehrerkombination aus Erwin Pervölz und Markus Hansen lockte 45 Budoka auf die Matte. Nach kurzem aber effektivem Aufwärmen teilte sich die Gruppe: Alles bis 3. Kyu machte Jiu Jitsu mit Erwin, ab 2. Kyu ging es zum Aikido bei Markus.

Da die Leute alle aus dem Jiu Jitsu kamen, verzichtete Markus auf spektakuläre Pirouetten und zeigte, worauf es im Aikido wirklich ankommt. Statt dem im Jiu Jitsu üblichen „ZackBumm – da ist das Ding“ ging es darum, sich in Ukes Gleichgewicht einzufühlen und eine für die meisten eher ungewohnte Zentrumsverbindung aufzubauen.

Dabei waren Markus' anschauliche Erklärungen sehr hilfreich. Auch wenn das „Fallen lassen des Schwertes“ für viele noch recht abstrakt war, so konnte sich so mancher in das lässige „Durch-die-Haare-streichen“ hineinversetzen und spätestens als Markus demonstrierte, wie er die Kühlschranktür öffnet und sich entspannt ein kühles Getränk gönnt, breitete sich verstehendes Lächeln aus.

Nach einer kurzen Pause tauschten dann die Gruppen. Markus übernahm die Jüngeren, während die Größeren zu Erwin wechselten. Erwin, der als Ausbilder für Selbstverteidigung bei der Polizei tätig ist, konzentrierte sich auf einige wenige Techniken, die in oft wiederholten Drills so gut eingeschliffen wurden, wie es in der kurzen Zeit nur möglich war. Schritt für Schritt wurden knappe, aber wirkungsvolle Reaktionen auf Ohrfeigen und gerade Fauststöße eingeübt. Einige Transportgriffe rundeten das ganze ab. Als besonders wertvoll empfand ich die individuellen Tipps, die Erwin hier und da verteilte: „Du guckst immer nach unten.“ - Danke, ich arbeite dran.

Die gelungene Mischung aus Jiu Jitsu und Aikido, aus vergleichsweise hart und sehr weich, gab dem Lehrgang eine besondere Würze. Ich – und viele andere auch, wie ich dem Applaus am Ende entnehme - habe einiges gelernt und möchte beiden Lehrern dafür herzlich danken.

Vielen Dank an Ina für den Lehrgangsbericht sowie an Svea, der ich die Kamera in die Hand drücken durfte. :)