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Aikido-Lehrgang in Kaltenkirchen


Kurz nach Ende der diesjährigen Regenzeit (in anderen Jahren auch Sommer genannt) versammelten sich in Kaltenkirchen an einem wunderschönen Sommerwochenende (es war warm und trocken) rund 60 Aikidoka, um gemeinsam ein paar Schweißtropfen auf der Matte zu verlieren. Die Ehre galt Markus Hansen, welcher es wie wohl kaum ein anderer schafft, Teilnehmer von Bayern bis Kiel der unterschiedlichsten Graduierungen vom Anfänger bis zum 5. Dan und Verbandszugehörigkeiten von DAB, AUD, Aikikai und ACI gemeinsam auf die Matte zu locken und von seinem Aikido zu begeistern.


Der erste Tag begann nach kurzem Aufwärmen mit Techniken gegen Shomen-uchi. Aber keinesfalls gewöhnliche Techniken aus dem Prüfungsprogramm holte Markus hervor, sondern formte bekannte Elemente immer wieder neu zusammen, so dass auch gestandene Dan-Träger anfangs ein klein wenig konfus vor ihrem Uke standen. Aber dann ging doch alles ganz leicht aus der Hüfte – Aikido halt.


Mit viel Witz, Charme und coolen Sprüchen kamen uns die Stunden bis zur Pause nur wie Minuten vor. Nach der tollen Organisation und Vorbereitung des Lehrgangs durch Elke Kölln-Möckelmann und Rolf Steenbock überraschte uns in der Pause nun die gesamte Kuchen-Kreativität der Kaltenkirchener Aikidoka. Für Ernährungsbewusste gab es zudem reichlich Wasser und mundgerecht geschnittene Apfelspalten.


In der zweiten Hälfte sollte es dann etwas ruhiger zugehen. Markus zeigte überwiegend kurze Bodentechniken und Hebel unterschiedlichster Art, die den Uke, der eben noch breitbeinig stabil stand, mit einer gaaaanz kleinen Bewegung auf die Zehenspitzen hochschnellen ließ.


Nach der guten Stärkung für Leib und Seele an unserem abendlichen Social Event beim Chinesen erwartete uns am Sonntag morgen ein Potpourri an Verkettungen. Shiho-nage ansetzen mit Kaiten-nage kontern, weiter dann ein Konter-Kaiten-nage dran oder wahlweise auch Ude-osae, und im Dritten Durchgang kam noch Kote-gaeshi angehängt. Tschuldigung, hat jemand meine Konzentration gesehen? Denn auch als Uke war hier volle Aufmerksamkeit gefordert – als "Totfischuke" wollte hier niemand gelten. Zu guter Letzt kramte Markus dann noch in seiner Bokken-Schatzkiste. Puh, endlich einmal kurze und zum größten Teil bekannte Techniken.


Wer - so wie ich - zum ersten Mal Markus als Lehrer auf der Matte erlebt hat, war sicherlich ebenso von den vielen witzigen und bildhaften Erklärungen der Techniken begeistert. Eine kleine Vorahnung, was mich erwarten würde, hatte ich ja schon im Vorfeld, es selbst zu erleben übertraf alles. Auch wenn ich mir leider nicht alle Feinheiten der Techniken merken konnte, so bleibt vor allem eines hängen: Markus versprüht Authentizität, Leichtigkeit und Spannung zugleich und überträgt seine Faszination für das Aikido in die Herzen der Teilnehmer! Danke Markus für diesen tollen Lehrgang, Danke an die Kaltenkirchener für die gute Organisation und die hervorragende Ausrichtung!


Vielen Dank an Sabine Seibert vom PSV Nürnberg, die diesen Gastbeitrag verfasste, sowie an Sven Edelmann, der die Fotos gemacht hat.

Aikido-Lehrgang mit Karl Köppel in Malente


Am letzten Wochenende fand in Malente ein Lehrgang mit Bundestrainer Karl Köppel aus Aalen statt. Mit fast 100 Anmeldungen - trotz der Teilnahmebeschränkung ab 1. Kyu Aikido - war der Lehrgang hoffnungslos überbucht, aber erfreulicherweise konnten wir Kieler Aikidoka drei der gut fünfzig Plätze ergattern. Bereits am Freitag fuhren Steffi, Pay und ich zum Sport- und Bildungszentrum des Landessportverbandes Schleswig-Holstein. Im Obergeschoß des Neubaus gibt es ein Dojo mit 256m2 Matte, im Bettenhaus Doppelzimmer mit Dusche/WC und im Altbau eine kleine Kneipe. Nachdem die Zimmer verteilt und die Betten bezogen waren, gab es eine erste Mahlzeit und danach das erste Training.


Stabtechniken (Jo-dori und Jo-nage) und Bewegungsverwandschaften standen auf dem Programm, das Karl mit uns in knapp zehn Stunden Unterricht methodisch durch ging. Die gleichen Techniken zeigte Karl ohne Waffen, mit Messer und Jo. Die unterschiedlichen Reichweiten und immanenten Gefahren erfordern dabei eigene Ansätze beispielsweise im Distanzverhalten und im Timing. Gleichzeitig erlaubt der etwa durch eine Waffe geänderte Blickwinkel, die Technik neu zu erfahren und eben diese Erfahrung auch in die Ausführung in den anderen Varianten einfließen zu lassen. Bei uns floß zunächst vor allem eines: Schweiß. Karl hielt uns gut in Schwung, stand dabei stets parat und gab Korrekturen, die genau so präzise saßen wie seine Techniken, an denen wir uns versuchten.


Neben dem sehr guten Unterricht machte die ausgesprochen angenehme Atmospähre den Lehrgang zu einem besonderen Erlebnis. Alle Aikidoka waren gut drauf - nach dem abendlichen Training saß man noch gemütlich beisammen, kloppte eine Runde Skat, schnackte mit netten Leuten ordentlich einen aus und sorgte für einen Ausgleich der Flüssigkeitsverluste - nach jedem Training waren die Keikogi klatschnass geschwitzt. Nach dem letzten Training konnte man sogar aus meinem Gürtel die Feuchtigkeit auswringen.

Zum Fotografieren kam ich bei dem spannenden Training fast nicht. Außerdem hatte ich versehentlich einen Farbfilter auf der Linse vergessen, so dass der Weißabgleich leider nicht ganz stimmig ist. Aber dafür habe ich bei einem sehr guten Lehrer mit vielen netten Leuten sehr gut trainiert. Ich denke, den anderen ging es ebenso - ihr könnt ja in den Kommentaren ergänzen.

Nachtrag: Einen weiteren Bericht vom gleichen Lehrgang gibt es beim AVSH, der den Lehrgang ausgerichtet hat. Auf den Bildern dort, die Ulrich aufgenommen hat, kann man insbesondere Pay als Uke erkennen. Wenn man genau hinschaut, kann man auch Steffi und mich finden.