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Kieler Aikidoka bei Dan-Prüfung erfolgreich


Am zweiten Oktoberwochenende fanden bundesweit an drei Orten Aikido-Dan-Prüfungen statt. In Hamburg-Schnelsen traten insgesamt 17 Aikidoka vor die Prüfungskommission, die dort aus Alfred Heymann, Eckhard Claaßen und Manuela Magiera bestand. Während Markus bei der Dan-Prüfung in Bad Blankenburg in Thüringen war, machten sich Steffi und Pay nach Hamburg auf, um sich der Prüfung auf den 2. Dan Aikido zu stellen. Kerstin und ich fuhren mit - Kerstin mit Kamera für die Fotos, ich als Notfall-Uke. Falls einer stirbt oder so, hatte Markus gemeint. Die Stimmung war anscheinend leicht angespannt, als wir die Halle betraten. Die ersten Prüfungsblöcke hatten sich bereits deutlich länger hingezogen als geplant, und knapp die Hälfte der vorhergehenden Kandidaten war durchgefallen. So kam es, dass wir zunächst eine Stunde warteten, bevor es los ging. Steffi und Pay mussten dann erstmal für den schriftlichen Teil der Theorie-Prüfung in einen Nebenraum und sich zu methodischen Themen auslassen.
Endlich konnten die beiden auf die Matte. Als erstes stand die Überprüfung auf dem Plan. Die Prüfer wählten einige Aikido-Techniken aus dem gesamten Programm für die Kyu-Grade und den ersten Dan und ließen sich auch die erste Kata nochmal zeigen. Diese Überprüfung geht bei uns jeder Aikido-Prüfung voran, um zu schauen, ob das Niveau der Leute durchgängig zum angestrebten Grad passt, oder ob sie schon wieder alles vergessen haben. :-)
Erfreulicherweise waren die Prüfer mit den bei der Überprüfung gezeigten Bewegungen einverstanden, so dass die eigentliche Prüfung beginnen konnte. Hier mussten beide zunächst die zweite Kata zeigen, bei der in festgelegter Form die Hebeltechniken vorzuzeigen sind. Dabei bewegen sich beide Partner auf den Knien, man haut sich also im Sitzen. Danach wurde hanmi hantachi waza geprüft, da durfte dann wenigstens der Angreifer wieder aufstehen.
Als vorletztes Prüfungsfach waren dann Stab-Techniken zu zeigen. Gefordert waren sowohl Techniken, bei denen nage den Stab hat und uke führt, als auch solche, bei denen uke den Stab hat und damit angreift. Spätestens an dieser Stelle zeigte sich, dass Steffi und Pay auch konditionell gefordert waren, da sie sich gegenseitig bei der Prüfung angriffen und an Dynamik trotzdem nicht sparten.
Nun kam der mündliche Teil der Theorie-Prüfung. Steffi hielt einen Vortrag über irimi und tenkan, Pay hatte hara zu erläutern. Auch die Nachfragen der Prüfer brachten beide nicht aus der Ruhe und so konnte es gleich weitergehen. Konditionell anspruchsvoll wurde es wieder beim letzten praktischen Prüfungsfach jiyu waza. Hier darf uke sich die Angriffe aussuchen, nage muss diese mit irgendeinem Wurf abwehren, bis die Prüfer ein Signal geben, woraufhin noch eine Hebeltechnik kommt.
Nachdem alle Prüfungsfächer durch waren, berieten sich die Prüfer einige Minuten lang, bevor sie das Ergebnis bekannt gaben: Stefanie Rach und Pay Dierks sind nun 2. Dan Aikido. Auch Andreas und Alexander, die im gleichen Block geprüft wurden, hatten ihre Prüfungen zum 1. Dan ebenfalls bestanden, so dass nun überall strahlende Gesichter zu sehen waren. Noch bevor irgendjemand gratulieren konnte, wurden allseits die Handies gezückt, um auch Markus in Thüringen die frohe Kunde zu überbringen. Herzlichen Glückwunsch!

Aikido-Prüfungsprogramme sind da!


Wie auf der Abteilungsversammlung angekündigt, haben wir das aktuelle Aikido-Prüfungsprogramm für Kyu-Grade grafisch umgesetzt und in größerer Stückzahl in Druck gegeben. Auf den Karten im Format A5 sind neben allen Anforderungen und Bewertungskriterien für Kyu-Prüfungen auch noch die für die Shodan-Prüfung geforderten Wurftechniken gelistet. Gedruckt wurde auf 300g-Karton. Beide Seiten sind mit einem Schutzlack überzogen, damit man sie auch mit schwitzenden Fingern zur Hand nehmen kann. Der Lack ist matt, damit es beim schnellen Blick auf die Tabelle möglichst wenig störende Reflexionen der Deckenbeleuchtung gibt. Da die Ecken immer das Erste sind, was in der Trainingstasche zerfleddert, haben wir sie abrunden lassen. Und bei Bedarf kann man die Karten auch noch laminieren. Auf der einen Seite findet man eine tabellarische Übersicht der in den Prüfungsfächern Nage-waza (Würfe) und Katame-waza (Festlegehebel) geforderten Kombinationen aus Angriff und Abwehr. Die japanischen Namen der Angriffe sind als Lernhilfe mit einer deutschsprachigen Übersetzung ergänzt. Für einen schnellen Überblick sorgt dabei ein Farbcode, der die jeweilige Aikido-Technik dem angestrebten Grad zuordnet. Da auch die für den 1. Dan Aikido geforderten Wurftechniken verzeichnet sind, ist die Karte eine gute Orientierungshilfe bis zum Abschluss der Grundschule im Aikido. Dreht man die Karte um, findet man eine Aufstellung der Prüfungsfächer, also eine Übersicht darüber, was eigentlich für welchen Kyu-Grad gefordert ist. Auch die Bewertungskriterien - worauf wird wie doll Wert gelegt - für die jeweiligen Grade sind aufgeführt. Auch hier erlaubt ein Farbcode eine schnelle Übersicht. Neben dieser Tabelle gibt es auch eine kurze Erläuterung, wie so eine Prüfung in der Regel eigentlich abläuft. Die Karten könnt Ihr bei Interesse im Training von unseren Aikido-Lehrern bekommen. In unserem Verein können Prüfungen bis einschließlich 1. Kyu Aikido ohne größeren Planungsaufwand abgenommen werden. Wir haben auch schon Dan-Prüfungen bei uns ausgerichtet, die jedoch auf Bundesebene organisiert werden. Bitte beachtet, dass die Karten zwar helfen, Inhalte und Struktur des Ausbildungsprogramms zu erfassen - das allein reicht aber nicht, man muss schon auch trainieren. ;-) Aikido ist regelmäßiges und konzentriertes Üben, eine Prüfung ist nur einer von vielen Schritten auf diesem Weg. Ich will jetzt endlich Prüfung machen gibt es bei uns nicht, denn darum geht es im Aikido einfach nicht, es behindert einen eher selbst. Wenn der persönliche Lernfortschritt stimmt und man "soweit" ist, wird man von den Lehrern entsprechend angesprochen. Prüfungen stehen nicht im Vordergrund, sie sind einfach ein Teil des Aikido, der helfen soll, zwischendurch bestimmte Aspekte zu fokussieren und besonders herauszuarbeiten. Es ist daher auch nicht ausgeschlossen, dass mal eine ganze Weile keine Prüfungen stattfinden und trotzdem alle etwas lernen und - ganz wichtig - Spaß an der Sache und dem Üben miteinander haben.