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18. Kieler-Woche-Lehrgang mit Viktor Bender


Viktor Bender ist ein junger und sympathischer Aikido-Lehrer aus Berlin. Nachdem er im Frühjahr eine wirklich schöne Prüfung zum 3. Dan Aikido abgelegt hatte, hatten wir ihn für unseren diesjährigen Kieler-Woche-Lehrgang eingeladen. Wir waren gespannt - sowohl auf Viktor als auch darauf, wieviele Anmeldungen denn kommen, wenn ein noch eher unbekannter Name in der Ausschreibung steht.

Mit knapp 40 Anmeldungen hatten wir aber einen guten Stand - und Viktor überzeugte alle, dass es eine wirklich gute Idee war, für diesen Lehrgang nach Kiel zu kommen. Eine Herausforderung für ihn war, dass zum einen Aktive aus mehreren Aikido-Richtungen auf der Matte waren, sowie zum anderen das Erfahrungsspektrum sehr weit aufgespannt war. Von Neulingen bis alten Hasen war alles auf der Matte vertreten.

Viktor hatte sich gut vorbereitet und seinen Unterricht so strukturiert, dass alle eine Herausforderung passend zu ihrem jeweiligen Stand darin finden konnten. Zwischendurch teilte er unterschiedliche Aufgaben zu, behielt dabei immer alle im Blick, gab Hinweise und nahm die Leute mit.

"Der strahlt Begeisterung aus. Man merkt richtig, dass er für Aikido brennt." Das Feedback hinterher war eindeutig - mehrere Dojos kündigten an, dass sie Viktor auch mal zu sich einladen wollen. Unsere Überlegungen zur Lehrerauswahl haben sich offensichtlich bewährt.

Die drei Stunden Training gingen wie im Flug vorbei - alle hatten konzentriert geübt, sich viel bewegt und dabei offensichtlich großen Spaß gehabt. Als das Training zuende war, bedankte sich Markus im Namen der Kieler Aikidoka bei Viktor mit ein paar kleinen Geschenken für den spannenden Lehrgang. Der lang anhaltende Applaus sprach Bände. Und auch bei Sandra, die den Lehrgang und das Rahmenprogramm bis ins letzte Detail liebevoll geplant und organisiert hatte, sowie bei allen, die dazu beigetragen hatten, bedankte er sich.

Mit dem Training ging allerdings nur ein Teil des Kieler-Woche-Lehrgangs zuende. Nachdem wir die abreisenden Gäste mit einem kleinen Kuchenbuffet gestärkt hatten, trafen wir uns in einer Kieler Gaststätte zum gemeinsamen Abendessen, bevor wir von dort weiter zur Balloon Sail mit Night Glow und Feuerwerk (hier Bilder von 2016) auf dem Norder spazierten. Ein fulminantes Feuerwerk beendete den Abend.

Am nächsten Morgen stand für uns Kieler Aikidoka und unseren Gast aus Berlin dann noch ein gemeinsames Frühstück in Holtenau am Thiessenkai auf dem Programm, wo derzeit die Traditionssegler festmachen und zu ihren Segeltörns starten. In dieser maritimen Atmosphäre schmeckte es auch Viktor nochmal so gut. Schon die Hinfahrt in Svens Brausebulli war dabei ein Erlebnis.

Irgendwann waren alle gut gesättigt. Nach einem Spaziergang an der Förde hieß es dann jedoch schließlich Abschied nehmen. Viktor wurde vom Brausebulli am Bahnhof abgesetzt und trat die Heimreise an.

Vielen Dank allen, die zu diesem eindrucksvollen Wochenende beigetragen haben!

 

Ukemi-Lehrgang mit Sandra Mittelstedt


Im vergangenen Jahr waren unsere Freunde vom Kieler Ju-Jutsu so lieb und ließen uns für die Dan-Vorbereitungen mit auf ihre Matten. Ju-Jutsu-Lehrer Marco Poppenhusen hatte daher erstmal einen Wunsch frei - und so lud er Sandra ein, einen Lehrgang zum geschmeidigen Aikido-Rollen zu unterrichten.


Auch wenn wir nur ein kleiner Haufen an einem Montag-Abend waren: Sandra hatte sich offensichtlich sehr strukturiert vorbereitet und schaffte es, den anwesenden Ju-Jutsuka und Aikidoka neue Impulse mit auf den Weg zu geben. Mit einem großen Fundus an Übungen, um bei Vorwärts- wie Rückwärtsrollen weich und kontrolliert im Fallen zu werden, konnte sie Lernfortschritte bei allen Anwesenden erreichen. Manch einer hatte auch ein kleines Aha-Erlebnis und rollte sicht- und hörbar weicher.


Nachdem die Einzelübungen auch mit erhöhten Schwieirgkeitsgraden wie dem Rollen über Hindernisse ganz passabel von der Hand gingen, zeigte Sandra weitere Übungen, bei denen langsam aber sicher immer mehr Fremdeinwirkung in die Fallbewegungen einflossen. Eine Kontaktaufnahme hier, ein kleiner Impuls dort, ein Führen in die Rolle und schließlich ein paar Grundtechniken rundeten das Bild ab. Am Ende des Abends kam dann noch eine Runde Kasihasi-Ball hinzu, bei der alle nochmal alle Rollübungen durchtesten konnten. 


Marco bedankte sich bei Sandra mit einem kleinen Präsent für ihren Einsatz. Der deutliche Applaus der Teilnehmenden und die strahlenden Gesichter waren dann schließlich Zeugnis eines guten Unterrichtes.

 

17. Kieler-Woche-Lehrgang mit Markus Hansen


Zum 17. Mal (seit 1998) fand in diesem Jahr unser traditioneller Kieler-Woche-Lehrgang statt. Trotz Sonnenschein und über 25°C Außentemperatur, was eigentlich untypisch ist zur Kieler Woche, war der Lehrgang gut besucht. So tummelten sich wieder 25 Aikidoka auf der Matte in den Uni-Sportstätten, die aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg angereist waren.

Da es auch in der Halle recht warm war, erwärmte uns Markus Hansen, welcher Lehrer dieses Lehrgangs war, mit ein paar lockeren und dynamischen Bewegungen. An Technik sollte hier noch gar nicht gedacht werden, es sollte einfach eine harmonische Bewegung entstehen bei der sich Uke und Nage fließend in ihren Rollen abwechselten. Wichtig war, dass man selbstständig die Richtung wechselte, bevor man seekrank wurde.

Es folgten einige spannende Techniken wie zum Beispiel Ude-nobashi. Dieser wurde in einzelne Bewegungs-Bausteine zerlegt, welche nacheinander ausgeführt wurde. Dadurch schaffte man ein anderes Bewusstsein für die einzelnen Bewegungsabschnitte dieser Technik und konnte gezielt auch Mal nur an einen Teil der Technik arbeiten, bis sich alles zu einer flüssigen Gesamtbewegung zusammenfügte. Sehr interessant war auch der Koshi-nage, bei dem man sich mit dem Gleichgewicht, nicht aber mit dem Gewicht von Uke auseinandersetzen sollte.

Ebenfalls spannend war die Ausführung des Ude-kime-nage. Hier war ein gutes Ukemi besonders wichtig, denn Uke sollte Nage die Chance geben, genau zu spüren, was mit Ukes Gleichgewicht passierte und in welche Richtung Uke instabil wurde. Dieses langsame und bewusste Ausführen einer Technik hatte den netten Nebeneffekt, dass man nicht all zu sehr in Schwitzen geriet. Dennoch machten wir eine Trinkpause zwischendurch, um danach wieder mit voller Konzentration ins Training zu starten.

Am Ende des Trainings machten wir eine „Einfühlübung“. Ziel war es, dass Nage in den Angriff rein fühlt und spürt wohin die Energie von Uke fließt. Bei dieser Übung saß also Nage auf dem Boden und Uke gab etwas Energie auf eine Schulter von Nage. Eigentlich brauchte sich Nage „nur entspannen“, doch das ist leichter gesagt als getan. Mit diesem kleinen Rätsel wurde das Training beendet und alle hatte so ihre Technik, die einen gedanklich noch länger beschäftigen sollte.

Wie immer viel zu schnell war das Training vorbei. Beim Abgrüßen bedankten wir uns bei Markus noch mit ein paar flüssigen Leckereien für seinen tollen Aikido-Unterricht. Nach dem gemeinsamen Mattenabbau hatten unsere Kieler dann wie immer ein leckeres Buffet bereit gestellt. Einige Aikidoka wurden dann noch von der Duschparty der anderen Gäste der Uni-Sportstätten überrascht, die sich offenbar während unseres Trainings entwickelt hatte.

Vielen Dank an Bente für den Bericht, an Sven für die Fotos, und an alle, die mit angepackt haben.

Werdau 2017 - Aikido unter Freunden


Das lange Wochenende zum ersten Mai lud sprichwörtlich dazu ein, für einen Lehrgang genutzt zu werden. Schön, dass auch unsere Aikido-Freunde in Dresden um Stefan Bock dies erkannt und zu einem Lehrgang in die wunderschöne Sportschule Werdau eingeladen hatten. Als Lehrer hatte Werner Conradi aus Hamburg zugesagt, den wir schon von einigen Lehrgängen kennen und dessen Aikido wir sehr schätzen.

Mit sechs Leuten machten wir Kieler Aikidoka uns also nach Sachsen auf. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Hamburg, um mit Werner zusammen weiterzudüsen, und einer ungeplanten kleinen Stadtrundfahrt in Braunschweig kamen wir in Werdau an. Fix bezogen wir unsere Zimmer, die gemütlich eingerichtet waren. Anschließend bauten wir gemeinsam die Matten in der wunderschönen Halle auf.

Werner hatte sich für den Aikido-Unterricht ein superspannendes Programm überlegt. In insgesamt sieben Trainingseinheiten ließ Werner uns an seinem Wissen teilhaben. Präzise auf den Punkt und weich zugleich - so lassen sich Werners Bewegungen zusammenfassen. Die Klarheit seines Aikido spiegelte sich auch in dem sehr gut strukturierten Unterricht wieder. So näherten wir uns Stunde um Stunde den Feinheiten von Tai-jutsu und Buki-waza und schwitzten so manchen Keikogi nass. Auch Suwari-waza kam nicht zu kurz.

Immer wieder zeigte Werner uns die Gemeinsamkeiten bei den Bewegungen mit und ohne Waffen. Auch auf die wichtigen Unterschiede legte er einen Schwerpunkt. So ist die Distanz zu Uke mit Stab und Schwert deutlich größer und muss fix und direkt überwunden werden. Wer da erst noch gemütlich im Kreis herumeiert, ist dann auch mal einen Kopf kürzer. Diese hohe Präzision war insbesondere gefragt, als wir nach einigen Suburi schließlich die Kata Roku-no-jo mit Partnern übten. Dabei haben beide Partner einen Stab und gehen die gleiche Bewegungsfolge durch, was wunderbar zusammenpasst. So übt man neben der räumlichen auch die zeitliche Koordination mit dem Gegenüber.

Auch wenn es zum Planschen im Pool noch zu kalt war, konnten wir doch gemütlich in der kleinen Blockhütte draußen grillen. Stefan zeigte wieder mal, dass er nicht nur Lehrgänge auf die Beine stellen, sondern auch Würstchen knackig über dem Feuer braten kann. Beim gemütlichen Plausch holte sich so mancher noch einen Nachschlag vom Grill. Und als die Sonne langsam versank und es doch noch etwas abkühlte, trafen wir uns beim Billard wieder. Hier drehte sich die Expertise um: "Werner, Du musst das mit Gefühl machen! Wie Aikido!" - unser einziger Weißgurt Turan entpuppte sich als Billard-Profi.

Viel zu schnell waren die drei Tage um, das letzte Training trainiert, die Matten wieder abgebaut und die Taschen wieder gepackt. Die Verabschiedung war dann auch nicht weniger herzlich als die Begrüßung. Und alle waren sich einig: Werner ist ein richtig guter Aikido-Lehrer und Werdau eine viel zu schöne Location, um sich nicht wieder dort zu treffen.

Vielen Dank an Stefan, Werner und alle, die zum Gelingen dieses wunderschönen Aikido-Wochenendes beigetragen haben.

Testballon Waffentraining


Immer wieder kam im Training - insbesondere nach Lehrgängen - der Wunsch auf, mehr mit Waffen zu trainieren. Gerade die von uns, die noch keine großen Erfahrungen damit sammeln konnten, erreichen auf Lehrgängen schnell ihre Grenzen. Wie halte ich das Schwert/den Stab richtig, wo lege ich ihn ab, wie greife ich richtig an und wie in aller Welt bekomme ich es hin, dass sich dieses Holzding nicht wie ein völliger Fremdkörper anfühlt und Bewegungen macht, die ich mir so nicht gedacht habe?

Aus dem Feedback ist die Idee gewachsen, das Waffentraining frühzeitig in das Training einzubieziehen. Abgeprüft werden sie zwar erst spät, aber mit Waffen ist es wie mit Dan-Techniken, theoretischen Inhalten, Wissen über den Tellerrand hinaus: Lernt man sie rechtzeitig, sind sie „normal“.

Da unser reguläres Training gut besucht ist, wäre es dort mit Waffen zu eng geworden, daher sind wir an einem Samstag auf die Gymnastikhalle der Uni Kiel ausgewichen, in der auch unsere Aikido-Lehrgänge stattfinden. Die Resonanz auf das Zusatzangebot war gut, von Anfänger bis Erfahrenere waren alle dabei und doch mussten wir gemeinsam bei Null anfangen.

So vielseitig wie die Aikido-Stile sind, so vielseitig sind die Waffenstile, je nachdem woher der Lehrende, in unserem Fall Markus, seine Einflüsse hat. Markus Einflüsse sind hier in erster Linie geprägt aus seiner Zeit beim Aikijujutsu und Iaido. Es war ein sehr strukturiertes Training, in das wir mit einer kleinen Theorie-Einführung gestartet sind. Anschließend sind wir zur Etikette, ebenfalls einem wichtigen Bestandteil im Budo, übergegangen: Wie bewege ich mich mit dem Schwert, wo lege ich es ab, was bedeuten die Arten und Weisen dabei, wie halte ich es, wenn mein Lehrer erklärt, und so weiter.

Wir nutzten außerdem einen großen Vorteil der Gymnastikhalle, die Spiegel: Um uns an das Bokuto zu gewöhnen und gleichzeitig sicher im Schlag zu werden, hat jeder für sich, nach ausführlicher Erläuterung von Markus, das richtige Schneiden geübt. Hierbei konnten wir uns selbst beobachten und korrigieren. Fühlte sich jeder Schlag am Anfang anstrengend an, wurden sie nachher weicher, weil der Körper den richtigen Weg für das Bokuto gefunden hatte.

Nach und nach hat Markus den Schwierigkeitsgrad erhöht, so dass wir Paarweise Bokuto gegen Bokuto arbeiten konnten. Wie in seinem Aikido legte Markus auch hier einen Fokus darauf, verletzungsfrei und kontrolliert miteinander zu arbeiten. Nach drei Stunden und ganz viel Input war das Training auch schon zuende. Markus hatte noch viel mehr auf dem Zettel, aber die Zeit war um und unsere Köpfe gut am Rauchen.