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17. Kieler-Woche-Lehrgang mit Markus Hansen


Zum 17. Mal (seit 1998) fand in diesem Jahr unser traditioneller Kieler-Woche-Lehrgang statt. Trotz Sonnenschein und über 25°C Außentemperatur, was eigentlich untypisch ist zur Kieler Woche, war der Lehrgang gut besucht. So tummelten sich wieder 25 Aikidoka auf der Matte in den Uni-Sportstätten, die aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg angereist waren.

Da es auch in der Halle recht warm war, erwärmte uns Markus Hansen, welcher Lehrer dieses Lehrgangs war, mit ein paar lockeren und dynamischen Bewegungen. An Technik sollte hier noch gar nicht gedacht werden, es sollte einfach eine harmonische Bewegung entstehen bei der sich Uke und Nage fließend in ihren Rollen abwechselten. Wichtig war, dass man selbstständig die Richtung wechselte, bevor man seekrank wurde.


Es folgten einige spannende Techniken wie zum Beispiel Ude-nobashi. Dieser wurde in einzelne Bewegungs-Bausteine zerlegt, welche nacheinander ausgeführt wurde. Dadurch schaffte man ein anderes Bewusstsein für die einzelnen Bewegungsabschnitte dieser Technik und konnte gezielt auch Mal nur an einen Teil der Technik arbeiten, bis sich alles zu einer flüssigen Gesamtbewegung zusammenfügte. Sehr interessant war auch der Koshi-nage, bei dem man sich mit dem Gleichgewicht, nicht aber mit dem Gewicht von Uke auseinandersetzen sollte.


Ebenfalls spannend war die Ausführung des Ude-kime-nage. Hier war ein gutes Ukemi besonders wichtig, denn Uke sollte Nage die Chance geben, genau zu spüren, was mit Ukes Gleichgewicht passierte und in welche Richtung Uke instabil wurde. Dieses langsame und bewusste Ausführen einer Technik hatte den netten Nebeneffekt, dass man nicht all zu sehr in Schwitzen geriet. Dennoch machten wir eine Trinkpause zwischendurch, um danach wieder mit voller Konzentration ins Training zu starten.


Am Ende des Trainings machten wir eine „Einfühlübung“. Ziel war es, dass Nage in den Angriff rein fühlt und spürt wohin die Energie von Uke fließt. Bei dieser Übung saß also Nage auf dem Boden und Uke gab etwas Energie auf eine Schulter von Nage. Eigentlich brauchte sich Nage „nur entspannen“, doch das ist leichter gesagt als getan. Mit diesem kleinen Rätsel wurde das Training beendet und alle hatte so ihre Technik, die einen gedanklich noch länger beschäftigen sollte.


Wie immer viel zu schnell war das Training vorbei. Beim Abgrüßen bedankten wir uns bei Markus noch mit ein paar flüssigen Leckereien für seinen tollen Aikido-Unterricht. Nach dem gemeinsamen Mattenabbau hatten unsere Kieler dann wie immer ein leckeres Buffet bereit gestellt. Einige Aikidoka wurden dann noch von der Duschparty der anderen Gäste der Uni-Sportstätten überrascht, die sich offenbar während unseres Trainings entwickelt hatte.

Vielen Dank an Bente für den Bericht, an Sven für die Fotos, und an alle, die mit angepackt haben.

Werdau 2017 - Aikido unter Freunden


Das lange Wochenende zum ersten Mai lud sprichwörtlich dazu ein, für einen Lehrgang genutzt zu werden. Schön, dass auch unsere Aikido-Freunde in Dresden um Stefan Bock dies erkannt und zu einem Lehrgang in die wunderschöne Sportschule Werdau eingeladen hatten. Als Lehrer hatte Werner Conradi aus Hamburg zugesagt, den wir schon von einigen Lehrgängen kennen und dessen Aikido wir sehr schätzen.

Mit sechs Leuten machten wir Kieler Aikidoka uns also nach Sachsen auf. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Hamburg, um mit Werner zusammen weiterzudüsen, und einer ungeplanten kleinen Stadtrundfahrt in Braunschweig kamen wir in Werdau an. Fix bezogen wir unsere Zimmer, die gemütlich eingerichtet waren. Anschließend bauten wir gemeinsam die Matten in der wunderschönen Halle auf.


Werner hatte sich für den Aikido-Unterricht ein superspannendes Programm überlegt. In insgesamt sieben Trainingseinheiten ließ Werner uns an seinem Wissen teilhaben. Präzise auf den Punkt und weich zugleich - so lassen sich Werners Bewegungen zusammenfassen. Die Klarheit seines Aikido spiegelte sich auch in dem sehr gut strukturierten Unterricht wieder. So näherten wir uns Stunde um Stunde den Feinheiten von Tai-jutsu und Buki-waza und schwitzten so manchen Keikogi nass. Auch Suwari-waza kam nicht zu kurz.


Immer wieder zeigte Werner uns die Gemeinsamkeiten bei den Bewegungen mit und ohne Waffen. Auch auf die wichtigen Unterschiede legte er einen Schwerpunkt. So ist die Distanz zu Uke mit Stab und Schwert deutlich größer und muss fix und direkt überwunden werden. Wer da erst noch gemütlich im Kreis herumeiert, ist dann auch mal einen Kopf kürzer. Diese hohe Präzision war insbesondere gefragt, als wir nach einigen Suburi schließlich die Kata Roku-no-jo mit Partnern übten. Dabei haben beide Partner einen Stab und gehen die gleiche Bewegungsfolge durch, was wunderbar zusammenpasst. So übt man neben der räumlichen auch die zeitliche Koordination mit dem Gegenüber.


Auch wenn es zum Planschen im Pool noch zu kalt war, konnten wir doch gemütlich in der kleinen Blockhütte draußen grillen. Stefan zeigte wieder mal, dass er nicht nur Lehrgänge auf die Beine stellen, sondern auch Würstchen knackig über dem Feuer braten kann. Beim gemütlichen Plausch holte sich so mancher noch einen Nachschlag vom Grill. Und als die Sonne langsam versank und es doch noch etwas abkühlte, trafen wir uns beim Billard wieder. Hier drehte sich die Expertise um: "Werner, Du musst das mit Gefühl machen! Wie Aikido!" - unser einziger Weißgurt Turan entpuppte sich als Billard-Profi.

Viel zu schnell waren die drei Tage um, das letzte Training trainiert, die Matten wieder abgebaut und die Taschen wieder gepackt. Die Verabschiedung war dann auch nicht weniger herzlich als die Begrüßung. Und alle waren sich einig: Werner ist ein richtig guter Aikido-Lehrer und Werdau eine viel zu schöne Location, um sich nicht wieder dort zu treffen.

Vielen Dank an Stefan, Werner und alle, die zum Gelingen dieses wunderschönen Aikido-Wochenendes beigetragen haben.

Testballon Waffentraining


Immer wieder kam im Training - insbesondere nach Lehrgängen - der Wunsch auf, mehr mit Waffen zu trainieren. Gerade die von uns, die noch keine großen Erfahrungen damit sammeln konnten, erreichen auf Lehrgängen schnell ihre Grenzen. Wie halte ich das Schwert/den Stab richtig, wo lege ich ihn ab, wie greife ich richtig an und wie in aller Welt bekomme ich es hin, dass sich dieses Holzding nicht wie ein völliger Fremdkörper anfühlt und Bewegungen macht, die ich mir so nicht gedacht habe?

Aus dem Feedback ist die Idee gewachsen, das Waffentraining frühzeitig in das Training einzubieziehen. Abgeprüft werden sie zwar erst spät, aber mit Waffen ist es wie mit Dan-Techniken, theoretischen Inhalten, Wissen über den Tellerrand hinaus: Lernt man sie rechtzeitig, sind sie „normal“, und da wir in unserer Gruppe da bewusst keinen Unterschied zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen machen, waren alle herzlich eingeladen. (Siehe hierzu auch die Kolumne von Markus Hansen)

Da unser reguläres Training gut besucht ist, wäre es dort mit Waffen zu eng geworden, daher sind wir an einem Samstag auf die Gymnastikhalle der Uni Kiel ausgewichen, in der auch unsere Aikido-Lehrgänge stattfinden. Die Resonanz auf das Zusatzangebot war gut, von Anfänger bis Erfahrenere waren alle dabei und doch mussten wir gemeinsam bei Null anfangen. So vielseitig wie die Aikido-Stile sind, so vielseitig sind die Waffenstile, je nachdem woher der Lehrende, in unserem Fall Markus, seine Einflüsse hat. Markus Einflüsse sind hier in erster Linie geprägt aus seiner Zeit beim Aikijujutsu und Iaido. Es war ein sehr strukturiertes Training, in das wir mit einer kleinen Theorie-Einführung gestartet sind. Anschließend sind wir zur Etikette, ebenfalls einem wichtigen Bestandteil im Budo, übergegangen: Wie bewege ich mich mit dem Schwert, wo lege ich es ab, was bedeuten die Arten und Weisen dabei, wie halte ich es, wenn mein Lehrer erklärt, und so weiter.

Wir nutzten außerdem einen großen Vorteil der Gymnastikhalle, die Spiegel: Um uns an das Bokuto zu gewöhnen und gleichzeitig sicher im Schlag zu werden, hat jeder für sich, nach ausführlicher Erläuterung von Markus, das richtige Schneiden geübt. Hierbei konnten wir uns selbst beobachten und korrigieren. Fühlte sich jeder Schlag am Anfang anstrengend an, wurden sie nachher weicher, weil der Körper den richtigen Weg für das Bokuto gefunden hatte. Nach und nach hat Markus den Schwierigkeitsgrad erhöht, so dass wir Paarweise Bokuto gegen Bokuto arbeiten konnten. Wie in seinem Aikido legte Markus auch hier einen Fokus darauf, verletzungsfrei und kontrolliert miteinander zu arbeiten. Nach drei Stunden und ganz viel Input war das Training auch schon zuende. Markus hatte noch viel mehr auf dem Zettel, aber die Zeit war um und unsere Köpfe gut am Rauchen.

Das Feedback nach dem Waffentraining war so positiv, dass wir gerade an einem Konzept arbeiten, ob und wie wir das Thema langfristig aufgreifen können.

08. Kieler-Schietwetter-Lehrgang mit Markus Hansen


Endlich hat es geklappt! Der Schietwetter-Lehrgang in Kiel fand in diesem Jahr bei regnerisch-kühlem und von tief hängenden Wolken verdunkeltem Novemberwetter statt. Alle früheren „Schietwetter“-Lehrgänge mussten mit strahlendem Sonnenschein auskommen. Jetzt war es richtig schön diesig.

Nach den ersten, freudigen Wiedersehensgesprächen wärmte Markus Hansen die bummelig 35 Aikidoka mit der von uns auf „Seerose“ getauften Bodenübung auf. Hierbei setzte sich jeder mit gestreckten und weit gespreizten Beinen auf die Matte und rollte sich seitlich über Arme und Rücken kreisförmig ab, so dass er hinterher wieder zum Sitzen kam – soweit, so einfach. Interessanter wird die Seerose als Partnerübung, wobei sich die Aikidoka Rücken an Rücken auf den Boden setzen und sich gleichzeitig in die gleiche Richtung abrollen. Hat das geklappt, sitzen die beiden am Ende wieder Rücken an Rücken und können gleich weitermachen. „Zwei links, zwei rechts“, war hierbei häufiger zu hören. Richtig lustig wurde die Übung mit drei, fünf und zehn Aikidoka, da die vielen durcheinander wirbelnden Gliedmaßen einiges an Koordination und auch Humor erforderten. Hier konnte man deutlich erkennen, warum die Übung ihren Namen „Seerose“ bekommen hat. Sogar mit allen anwesenden Aikidoka ist eine sehr große Seerose gelungen – ein Riesenspaß!

Nachdem alle Aikidoka durch dynamische Uke-Nage-Wechseltechniken vollends aufgewärmt waren, startete Markus Hansen mit den eigentlichen Aikido-Techniken. Hierbei wurde besonders viel Augenmerk auf das feine und möglichst entspannte Spiel mit dem Zentrum des Übungspartners gelegt. Die Techniken übten insbesondere das wirkungsvolle Absenken des eigenen Zentrums (auch liebevoll „Barhocker des Todes“ genannt) verbunden mit der leicht veränderten Neu-Ausrichtung auf den Uke. Besonders deutlich wurde dies bei einem Tekubi-osae: „Es kann leicht überprüft werden, ob diese Technik richtig angewandt wird: Wenn sich Nage langsam bis zum Boden absenkt und Uke folgen muss, dann ist es richtig“ – so Markus Hansen. Ein weiterer, wichtiger Aspekt waren entspannte Schultern, Arme und Bauch („Stöpsel ziehen“). Sind diese angespannt, hilft dies dem Angreifer, da er auf die Kraft mit einer ebenso großen oder größeren Gegenkraft reagiert. Damit ist ein harmonisches Führen des Angreifer-Zentrums nicht mehr möglich.

Es waren Aikidoka aller Graduierungen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und sogar aus Brandenburg gekommen. Insgesamt waren so fünf Aikido-Richtungen vertreten, was die Ausführung der Techniken in den unterschiedlichen Paarungen besonders interessant machte. Hierbei konnten wir häufig wertvolle Erkenntnisse über alternative Bewegungsformen und Arten der Ausführung gewinnen.

Wie immer führte Markus Hansen die Techniken, mit großer Expertise, deutlichen Details und seinem typischen Humor vor. Ein Beispiel hierfür war die Abschlussfixierung beim Kote-hineri, bei der Markus das Eindrehen des Beckens durch das „Hochlaufen“ seiner Finger auf dem Rücken des bereits liegenden Ukes verdeutlichte: „Geht ein Mann die Treppe hinauf ...“ – das (An-)Klopfen hat dann der Uke an diesem Punkt "freiwillig" erledigt.

Markus Unterricht hat allen sichtlich Spaß gemacht. Wir bedankten uns bei ihm mit einem leckeren Geschenk, was Markus überraschte und deutlich erfreute: ein ganzer Schinken zum wegnaschen.

Zum Abschluss gab es ein von den Kieler Aikidoka mitgebrachtes, reichhaltiges Büffet und noch so manch netten Klönschnack.

Vielen Dank an Martin für den Bericht, an André und Chris für die Bilder sowie an alle für die Büffetspenden und fürs Mitanpacken.

Aikido-Lehrgang in Eutin mit Markus Hansen


Für den 16. Juli hatte uns Ralf Appel von der Aikido-Union Schleswig-Holstein ganz herzlich zu einem Landeslehrgang nach Eutin eingeladen. Lehrer auf diesem Lehrgang war der Trainer der Kieler Aikidoka Markus Hansen, der wie immer auch einige seiner Schüler mitbrachte. Gut 30 Aikidoka waren der Einladung gefolgt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Ralf ging es los mit dem Aufwärmen. Dazu spielten wir Kettenticker. Dabei bilden die getickten Personen eine Kette, welche mit jeder weiteren getickten Person wächst und wächst, bis schließlich nur noch einer übrig ist. Mit sehr viel Spaß war zu beobachten, wie versucht wurde, durch die Kette zu kommen, um auf die Rückseite zu gelangen, doch schlussendlich hat die Kette gewonnen.

Da sehr viele neue Aikidoka dabei waren, wurde das ganze „Tüddelüt“ um die Technik weggelassen und wir konzentrierten uns auf das Wesentliche, die Technik. Den Kielern ist die bildliche Beschreibung der Techniken von Markus wohlbekannt, für den Großteil der Teilnehmer war dies aber neu. Von Pömpel bis Getränkeflaschen war alles dabei. Doch alle waren sehr offen und übten mit Begeisterung die Techniken aus diesem neuen Blickwinkel.

Zum Ende durften wir üben, den Kote-mawashi-Hebel mit so wenig Bewegung wie möglich auszuführen. Hierfür ist es wichtig eine bewusste und kontrollierte Verbindung zu Ukes Zentrum aufzubauen. Durch das Weglassen der ganzen Bewegungen drumherum war es aber auch für die neueren Aikidoka möglich, diese Technik zu üben, so dass einige strahlende Gesichter zu sehen waren, als es funktionierte.

Jeder hatte wohl seine Highlights auf diesem Lehrgang und konnte mit neuen tollen Erfahrungen die Matte verlassen. Die Eutiner bedankten sich ganz herzlich bei Markus mit einem sehr liebevoll zusammengestellten Präsentkörbchen. Außerdem hatten sie Kuchen und Getränke vorbereitet, so dass man hinterher noch ein bisschen schnacken konnte.


Vielen Dank Ralf und sein Team für die Organisation, an Bente für den Bericht sowie an Martin für die Fotos.