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Waterkant 2015


Seit Monaten freute ich mich auf diesen Lehrgang und nun war es endlich soweit – der Aikido-Lehrgang an der Waterkant mit Markus Hansen aus Kiel. Und so kam es, dass sich Ende November 32 Aikidoka aus sieben Bundesländern zu einem gemeinsamen Lehrgang in Scharbeutz an der Ostsee trafen, um miteinander einige Stunden auf und neben der Matte zu verbringen.

Nach einer kurzen Begrüßungsrunde bei der man sich freute, alte aber auch neue Gesichter zu sehen, und die organisatorischen Dinge geklärt wurden, ging es dann endlich auf die Matte. Nun war Markus an der Reihe und heizte uns mit einem Aufwärmspiel, bei dem wir uns gegenseitig kennenlernen sollten, so richtig ein.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten und der Hilfe der Kieler (die das Aufwärmspiel kannten) hatte irgendwann auch der letzte das Spiel verstanden und wir rannten abwechselnd über die Matten, nannten uns beim Abknien gegenseitig unsere Namen und hatten sichtlich unseren Spaß bei diesem Spiel. Anschließend legte Markus bei seinem Training viel Wert darauf, dass wir unsere Uke durch die richtige Positionierung, Führung und Zentrumseinsatz aus dem Gleichgewicht bringen. Auf seine angenehme Art und Weise demonstrierte er uns immer wieder, nicht an unseren Uke herumzuziehen oder zu drücken. So reicht es beim Kaiten-nage-soto in der Endposition aus, sich auf einen Barhocker zu setzen (Zentrum senken) und dem Uke sanft über den Kopf zu streicheln, um ihn ins Kippen zu bringen.

Am Samstagmorgen stand das Training in der Stille auf dem Programm. Durch seine Mimik und Gestik zeigte uns Markus, wie wir die Techniken ausführen sollten, und lies uns während des Trainings auch immer wieder selber „spüren“, wie er sich die Ausführung der einzelnen Techniken vorstellte. Durch die Stille fand ein sehr konzentriertes, meditatives Üben statt. In der anschließenden langen Mittagspause konnte man sich dann in der Ostsee-Therme, bei einem Strandspaziergang oder einem Nickerchen entspannen, bis es wieder Zeit für das nächste Training war.

Bei dieser Einheit legte uns Markus nahe, bei einer neuen Technik dem Nage nicht sofort Verbesserungsvorschläge zum Ausführen der Technik zu geben, sondern sich auf die Technik einzulassen und als Uke so viel Zentrum zu geben das der Nage spüren kann, in welche Richtung es gehen sollte, um das Gleichgewicht des Uke zu brechen. Am Ende dieser Trainingseinheit demonstrierte er uns noch, dass es auch möglich ist, das Zentrum mehrerer Uke gleichzeitig zu führen, in dem man hintereinander stehende Uke einzeln andockt und durch eine minimale Zentrumsbewegung zum Schwanken bringt.

Das absolute Highlight an diesem Wochenende war das Training im Dunkeln. Gespannt, was uns wohl erwarten würde, empfing uns Sandra vor der Halle. Sie gab uns Knicklichter, die wir an den Handgelenken und beliebig am Körper befestigen sollten, damit wir auf der Matte erkennbar wären. In der dunklen Halle waren die Mattenränder zur Orientierung mit roten Knicklichtern ausgelegt und Markus (ganz in schwarz mit vielen Knicklichtern versehen) wartete bereits, um das Training zu beginnen.

Durch seine bildliche Darstellung, welche uns an diesem Wochenende oft zum Lachen brachte, schaffte er es auch hier, dass wir die Techniken (auch nichts sehend) verstanden und ausführen konnten. Wer allerdings glaubte, auf der sicheren Seite zu sein, irrte sich. Auch im Dunklen erkannte Markus, wenn wir unsere Techniken nicht nach seinen Vorstellungen ausführten. Da bei diesem Training alle besonders aufeinander acht gaben, verlief auch dieses Training verletzungsfrei ab.

Bei unserem letzten Training an diesem Wochenende zeigte uns Markus mit seiner beispielhaften Darstellungsweise, den Irimi-nage zu führen indem man das Ohr des Uke als Pömpel an die Schulter ansaugt, oder wie kraftlos Aikido funktionieren kann wenn man sich beim Aiki-otoshi nicht mit dem Gewicht des Uke auseinandersetzen muss. Am Ende dieses Trainings hatten wir durch den Finger-an-die-Nase-Wurf und besonders durch den spontanen Nase-Nase-Wurf nochmals kräftig was zu lachen.

Am Lehrgangsende waren sich alle einig, dass wir uns über eine Fortführung des Lehrgangs in 201X freuen und gerne wieder „freiwillig“ am Waterkant-Lehrgang teilnehmen. Ein herzliches Dankeschön an Sandra für die Organisation dieses Lehrgangs und an Markus für das inspirierende Training an diesem Wochenende.

Vielen Dank an Marina aus Böblingen für den Lehrgangsbericht, sowie an alle, die Fotos beigesteuert haben.